Überangebot: Lithium-Produktion bleibt trotz fallender Preise stark
Die globale Lithiumindustrie trotzt aktuell einem dramatischen Preisverfall, der in anderen Sektoren wohl zu Produktionskürzungen führen würde. Angeführt von chinesischen Betreibern halten viele Lithiumminen ihre Produktion aufrecht, obwohl die Preise des Rohstoffs, der für die Herstellung von Batterien für Elektrofahrzeuge unerlässlich ist, rückläufig sind. Diese anhaltende Produktion könnte für Batteriehersteller, die auf günstige Rohstoffkosten angewiesen sind, ein wahrer Segen sein.
Ein fortwährender Überschuss scheint in den kommenden Jahren unausweichlich, was auf lange Sicht die Preise niedrig halten dürfte. Einige Batteriehersteller haben zur Sicherstellung der Produktion selbst in Minen investiert oder Kapital eingebracht. Die Aufrechterhaltung der Produktion erfolgt auch, um Marktanteile zu sichern und gute Beziehungen zu Regierungen zu pflegen, da Schließungen und Wiedereröffnungen technische Probleme hervorrufen können.
Bisher haben etwa ein Dutzend Produzenten unwirtschaftliche Minen vorübergehend stillgelegt, die Produktion gedrosselt oder Expansionen verschoben. Doch viele Produzenten sind nach wie vor aktiv, was laut Branchenkennern und Analysten zu einem langfristigen Überschuss und entsprechend niedrigeren Preisen führen könnte. Der Preis für Lithiumhydroxid ist seit dem Höchststand im Dezember 2022 um fast 90 % gesunken, nachdem er sich in den 18 Monaten zuvor mehr als versiebenfacht hatte.
Analysten erwarten für dieses Jahr einen Anstieg der globalen Lithiumversorgung um 25 % und um 15 % im Jahr 2025. Einige Betriebe arbeiten trotz Verlusten weiter, was laut Martin Jackson, dem Leiter für Rohstoffe bei CRU, etwa 10 % der Produktion betrifft. China betrachtet den EV- und Batteriesektor als strategisch wichtig und hält den Markt durch konstante Rohstoffversorgung und niedrige Kosten stabil. Dies gilt auch für chinesische Minen in Simbabwe, die trotz geringer Gewinne oder sogar Verlusten stark bleiben, getrieben von Chinas Bestreben, sich Auslandsvorräte zu sichern.

