Turbulenzen im Luftfahrtsektor: Nachfrageängste drücken Aktienkurse
Die anhaltenden Befürchtungen um ein sinkendes Interesse auf den Nordatlantik-Flugrouten belasten weiterhin den Reisesektor, was sich am Montag deutlich an den Börsen widerspiegelte. Fluggesellschaften standen besonders im Fokus der Anleger, da die Aktien der Lufthansa, die um fast fünf Prozent nachgaben, den allgemeinen Abwärtstrend anführten.
Noch stärkere Verluste verzeichneten die Papiere von IAG und Air France-KLM, die um 7,4 beziehungsweise 5,9 Prozent nachgaben. Billigfluggesellschaften kamen etwas glimpflicher davon: Ryanair verlor vier Prozent, während Easyjet mit einem Rückgang von drei Prozent die Lage auf den innereuropäischen Kurzstrecken besser verkraftete.
Der Grund für die allgemeine Marktverunsicherung liegt in der Warnung des britischen Luftfahrtkonzerns Virgin Atlantic über eine nachlassende Nachfrage von Flügen aus den USA nach Großbritannien. Gleichzeitig wird die Nachfrage von Europa in die USA als stabil beschrieben, was jedoch die Ernüchterung in der Branche nicht mindern konnte, zumal der Sektor bereits am Freitag erhebliche Kursrückgänge verzeichnete.
Der Stoxx Europe 600 Travel & Leisure Index unterschritt zu Wochenbeginn erstmals seit August kurzzeitig die Marke von 233 Punkten. Eine ähnliche Talfahrt erlebten die Aktien des Reiseveranstalters Tui, während die US-Fluggesellschaften ihren Abwärtstrend vom Freitag im vorbörslichen New Yorker Handel fortsetzten.
Hintergrund der pessimistischen Aussichten sind Bedenken über die US-Wirtschaftspolitik unter Präsident Donald Trump. Insbesondere auf den lukrativen Transatlantik-Strecken könnten wirtschaftliche Abkühlung oder handelspolitische Spannungen negative Folgen für Geschäftsreisende haben.

