TUI startet mit Rekordergebnis ins Geschäftsjahr – Dividende kehrt zurück
Operatives Ergebnis klar über Prognose
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 steigerte TUI das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) um 26,3 Millionen Euro auf 77,1 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 63 Millionen Euro gerechnet.
Der Umsatz blieb mit 4,9 Milliarden Euro nahezu stabil – die Ergebnisverbesserung resultiert somit primär aus operativer Effizienz und Margensteigerung, nicht aus Volumenwachstum.
Konzernchef Sebastian Ebel sprach von einem äußerst gelungenen Jahresauftakt. Die Buchungslage für Winter und Sommer entspreche den Erwartungen, die Nachfrage nach Urlaubsreisen bleibe trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten robust.
Kreuzfahrten liefern Rekordbeitrag
Das Segment Kreuzfahrten entwickelte sich besonders dynamisch. Das bereinigte EBIT stieg um 70,8 Prozent auf 82,3 Millionen Euro – ein Rekordwert.
Treiber waren:
- 16 Prozent mehr verfügbare Passagiertage
- Flottenausbau durch die „Mein Schiff Relax“
- gesteigerte Auslastung trotz Kapazitätserhöhung
Die Kombination aus Wachstum und hoher Auslastung deutet auf eine anhaltend starke Nachfrage im Premium-Kreuzfahrtsegment hin – einem der margenträchtigsten Bereiche im Konzern.
Hotels robust trotz Sondereffekten
Auch das Segment Hotels & Resorts übertraf operativ das Vorjahr, obwohl externe Belastungen das Ergebnis dämpften:
- Rund 10 Millionen Euro Schaden durch einen Hurrikan auf Jamaika
- Wegfall eines positiven Bewertungseffekts von 15 Millionen Euro aus dem Vorjahr
Trotzdem erzielte das Segment ein bereinigtes EBIT von 131 Millionen Euro. Die operative Stärke bleibt damit intakt.
Märkte & Airlines stabilisieren sich
Der Bereich Märkte und Airlines verbesserte sein bereinigtes EBIT um 7,9 Prozent auf minus 115,3 Millionen Euro. Zwar bleibt das Segment saisonal defizitär, doch die Entwicklung signalisiert Stabilisierung.
Die Flugauslastung lag bei soliden 86 Prozent. TUI verfolgt weiterhin die Strategie, die Risikokapazität zu reduzieren und stärker auf dynamische Produkte sowie App-Vertrieb zu setzen.
Die Buchungstrends:
- Winter 2025/26: Umsatz minus 1 Prozent
- Sommer 2026: Umsatz minus 2 Prozent
Diese Rückgänge entsprechen der bewusst reduzierten Kapazitätsplanung – nicht einer Nachfrageschwäche.
Nettoverschuldung deutlich gesenkt
Ein zentraler Fortschritt liegt in der Bilanzstruktur. Die Nettoverschuldung sank zum 31. Dezember 2025 um 500 Millionen Euro auf 3,6 Milliarden Euro.
Gründe:
- höherer operativer Cashflow
- positive Währungseffekte
- vorzeitige Rückzahlung von Schiffs- und Flugzeugfinanzierungen
Zusätzlich wurde im Sommer 2025 ein Schuldschein über 295,5 Millionen Euro platziert. Die Refinanzierungsstruktur wirkt damit stabilisiert.
Dividende feiert Comeback
Erstmals seit der Pandemie schlägt TUI wieder eine Dividende vor: 0,10 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025.
Ab 2026 soll eine Ausschüttungsquote von 10 bis 20 Prozent des bereinigten Ergebnisses je Aktie gelten. Die neue Dividendenpolitik soll drei Ziele vereinen:
- attraktive Kapitalrückführung
- operative Flexibilität
- weiteren Schuldenabbau
Für Investoren ist das ein wichtiges Signal der Normalisierung.
Prognose bestätigt
Für das Gesamtjahr 2025/26 erwartet TUI:
- währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 2 bis 4 Prozent
- EBIT-Steigerung von 7 bis 10 Prozent
Nach dem starken Auftakt wirkt diese Prognose konservativ, aber realistisch.
TUI ist operativ zurück in der Spur. Entscheidend wird nun sein, ob das Unternehmen die Kombination aus Nachfrage, Margenstärke und Schuldenabbau nachhaltig stabilisieren kann. Der Jahresstart setzt dafür ein klares Signal.


