Türkische Zentralbank überrascht mit erneuter Zinssenkung trotz hoher Inflation
Die türkische Zentralbank sorgt erneut für Schlagzeilen, indem sie ihren Leitzins trotz anhaltend hoher Inflation um weitere 1,0 Prozentpunkte auf nunmehr 39,5 Prozent senkt. Dieses Vorgehen kommt nicht unerwartet, da Volkswirte diesen Schritt bereits antizipierten. Es markiert die dritte Absenkung in Folge, nachdem im April noch eine Zinserhöhung stattfand.
Die jüngsten Entwicklungen an den türkischen Finanzmärkten stehen im Zusammenhang mit politischen Spannungen, wie der Verhaftung des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem Imamoglu, die zuvor für Instabilität gesorgt hatten. Das Temperieren der Zinssenkungen wurde jedoch notwendig, da die Inflationsrate im September erstmals seit über einem Jahr auf über 33 Prozent anstieg.
Interessanterweise hat Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, bekannt für seine ablehnende Haltung gegenüber hohen Zinsen, in letzter Zeit eine gemäßigtere Strategie zur Inflationsbekämpfung zugelassen. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass in Zukunft eine vorsichtigere Geldpolitik verfolgt werden könnte.

