Investmentweek

Trumps Steuerpaket – Wer profitiert, wer verliert, und was das für die Märkte bedeutet

25. Mai 2025, 18:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Das Repräsentantenhaus hat Donald Trumps neues Steuergesetz verabschiedet. Der Entwurf verspricht Steuersenkungen, mehr Kindergeld und neue Konten für Neugeborene.

Große Versprechen, große Einschnitte

Donald Trump nennt es sein „big beautiful bill“. Am Donnerstagmorgen passierte das Steuergesetz das US-Repräsentantenhaus – ein zentraler Baustein seiner wirtschaftspolitischen Agenda für eine mögliche zweite Amtszeit.

Hinter der Rhetorik verbirgt sich eine hochgradig polarisierende Reform mit enormer Tragweite: Während Reiche und konservative Familien von Steuerentlastungen profitieren sollen, drohen Millionen Amerikanern höhere Belastungen bei Gesundheit, Bildung und Mobilität.

Laut Berechnungen des Congressional Budget Office (CBO) könnte das Gesetz das US-Defizit in den kommenden zehn Jahren um weitere 4 Billionen Dollar erhöhen – mit weitreichenden Folgen für Kreditmärkte, Zinsen und die Staatsbonität.

Vier Stellschrauben, an denen Trumps Steuerreform dreht

1. Steuerpolitik für Familien – mit Agenda
Das Kindergeld soll von 2.000 auf 2.500 Dollar steigen, begrenzt bis 2028. Parallel sollen sogenannte „Trump-Konten“ eingeführt werden: 1.000 Dollar Startkapital für alle in den USA geborenen Kinder ab 2025. Guthaben dürfen steuerbegünstigt angelegt und später zu Kapitalertragskonditionen entnommen werden. Kritiker sehen darin weniger eine sozialpolitische Maßnahme als vielmehr ein strategisches Vehikel zur langfristigen Wählerbindung.

2. Steuererleichterungen – aber nicht für alle
Die 2017 eingeführten Unternehmens- und Einkommenssteuersenkungen sollen dauerhaft werden. Gleichzeitig wird die Abzugsfähigkeit lokaler Steuern (SALT) auf 40.000 Dollar erhöht – ein klares Entgegenkommen an wohlhabendere Steuerzahler in Bundesstaaten mit hohen Abgaben. Dagegen streicht die Reform Steuererleichterungen für E-Autos, Solaranlagen und energetische Gebäudesanierungen – also genau dort, wo die Biden-Administration bislang auf Förderung setzte.

3. Studentenkredite: Rückabwicklung statt Reform
Ein besonders einschneidender Punkt ist die geplante Abschaffung von Joe Bidens studentischem Entlastungsprogramm („SAVE Plan“) – trotz laufender Gerichtsverfahren. Die Reform sieht vor, einkommensbasierte Rückzahlungsmodelle durch ein vereinfachtes zweistufiges System zu ersetzen, das laut Experten jedoch weniger flexibel und teurer sein dürfte – und die soziale Mobilität untergräbt.

4. Sozialleistungen unter Druck
Kernstück konservativer Sparpolitik bleibt die Einführung von Arbeitsanforderungen für Bezieher von Medicaid und SNAP (Lebensmittelmarken): Wer keine Kinder hat, nicht behindert ist und zwischen 18 und 64 Jahre alt ist, müsste künftig mindestens 80 Stunden pro Monat arbeiten, um weiter Anspruch zu haben. Das CBO warnt: Über 8 Millionen Menschen könnten so ihre Krankenversicherung verlieren.

Märkte reagieren nervös – und beobachten den Senat

Während Trump auf Truth Social zur Eile drängt – „Keine Zeit zu verlieren!“ – melden sich Ökonomen mit Warnungen. Moody’s hat bereits die Bonitätseinschätzung für die USA gesenkt, mit Verweis auf mangelnde Haushaltsdisziplin.

Steigende Defizite könnten die Refinanzierungskosten für Staat, Unternehmen und Verbraucher erhöhen – mit Folgen für Hypothekenzinsen, Kreditkarten und Anleihemärkte.

Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen

Das Gesetz geht nun in den Senat, wo es auf Widerstand trifft – auch unter moderaten Republikanern. Einzelne Maßnahmen wie die Streichung grüner Subventionen oder die Kürzungen bei Sozialprogrammen gelten als potenzielle Dealbreaker. Kommt es dort zu Änderungen, muss das Gesetz erneut durch das Repräsentantenhaus.

Gleichzeitig wird das Steuerpaket zum Lackmustest für Trumps Rückkehrambitionen: Wer sich hinter die Reform stellt, positioniert sich offen für eine Rückkehr zu einer Trump-Ökonomie – mit klaren Gewinnern und Verlierern.

Finanzen
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