Trump's Distanz zum Federal Reserve: Ein Balanceakt zwischen Einfluss und Unabhängigkeit
Präsident Donald Trump unternimmt weiterhin energische Bemühungen, seine Vorstellungen beim Federal Reserve Board einzubringen, obwohl ihm dabei kürzlich gerichtliche Hürden entgegenstanden. Eine US-Bundesrichterin machte Trump einen Strich durch die Rechnung, indem sie seine Bemühungen, die Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen, blockierte. Nach dem Urteil müsse Cook nicht um ihren Posten fürchten, da ausreichende Gründe für ihre Entlassung fehlten. Cook könnte somit auch am bevorstehenden Treffen der Fed teilnehmen.
Jedoch verzeichnete Trump auch Fortschritte, als der Bankenausschuss des Senats der Ernennung seines engen wirtschaftlichen Beraters Stephen Miran zum Fed-Gouverneur zustimmte. Sobald die Ernennung im Senat durchgewinkt wird, könnte Miran bereits an der nächsten Fed-Sitzung teilnehmen. Auf dieser wird eine Zinsreduzierung um einen viertel Prozentpunkt erwartet.
Dennoch bleiben Kritiker besorgt über die Unabhängigkeit der Fed, da Miran seine Position im Weißen Haus parallel zu seiner Tätigkeit bei der Fed behalten möchte. Mit einer möglichen dritten Ernennung innerhalb des Fed-Vorstands könnte Trump die strategische Richtung weiter beeinflussen, was einige Ökonomen beunruhigt. Ein solcher Schritt könnte langfristig zu einer stärkeren politischen Kontrolle und potenziell zu erhöhten Inflationsraten führen, da die Zinsen unter Druck gesenkt werden könnten.
Der Blick bleibt auf den Mai gerichtet, wenn der aktuelle Fed-Chef Jerome Powell möglicherweise zurücktritt. Sollte Powell dennoch auf dem Board bleiben, würde dies Trumps Einfluss erheblich schmälern. Trump hätte nur dann die Möglichkeit, einen vierten Gouverneur zu ernennen, wenn Powell den Vorstand tatsächlich verlässt. Diese Ernennungen stehen im Kontext der Bemühungen, das Board langfristig mit gleichgesinnten Persönlichkeiten zu besetzen.

