Gaza-Abkommen

Trump zeigt Verständnis für mutmaßliche Hamas-Hinrichtungen

15. Oktober 2025, 17:55 Uhr · Quelle: dpa
Donald Trump kommentiert Hamas-Tötungen als akzeptabel, was weltweite Empörung auslöst. Der Konflikt im Gazastreifen eskaliert weiter durch Streitigkeiten über Geiseln und Waffenruhe-Verletzungen.

Washington/Gaza/Tel Aviv (dpa) - US-Präsident Donald Trump hat Berichte über Tötungen von Menschen im Gazastreifen durch die islamistische Terrororganisation Hamas mit einem gewissen Verständnis kommentiert. Die Hamas habe gegen «sehr, sehr schlimme Banden» durchgegriffen, sagte Trump am Dienstag (Ortszeit). «Das hat mich nicht groß gestört, um ehrlich zu sein. Das ist ok.» Trump behauptete auch, dass Länder wie Venezuela Banden in die USA schicken würden. 

Auf der Plattform X war ein Video veröffentlicht worden, das eine Gruppen-Erschießung von rund acht Menschen auf einem Platz südlich der Stadt Gaza zeigen soll. Augenzeugen sagten der Deutschen Presse-Agentur telefonisch, die Hamas habe den Getöteten vorgeworfen, Kollaborateure der israelischen Armee zu sein. 

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes bezeichnete die Erschießungen als schockierend. Die Bundesregierung rufe dazu auf, die vereinbarte Entwaffnung der Hamas schnell umzusetzen. Die Bilder zeigten noch einmal deutlich, dass die Hamas eine Terrororganisation sei. «Diese Willkür-Erschießungen sind nichts anderes als Terror gegen die Bevölkerung», sagte der Sprecher in Berlin.

Die palästinensische Autonomiebehörde verurteilte die mutmaßlichen Exekutionen ebenfalls scharf. Das Amt ihres Präsidenten Mahmud Abbas sprach von Dutzenden Zivilisten, die ohne Gerichtsverfahren getötet worden seien. Es handele sich um «abscheuliche Verbrechen», die unter keinen Umständen zu rechtfertigen seien, wird das Amt von der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa zitiert. 

Abbas verlangt sofortiges Ende der Tötungen 

Die Hinrichtungen stellten eine eklatante Verletzung der Menschenrechte und des Rechtsstaats dar und zeigten den Willen der Hamas, ihre Herrschaft mit Gewalt und Einschüchterung durchzusetzen. Das Amt von Abbas forderte ein sofortiges Ende der Tötungen, den Schutz unbewaffneter Bürger und die strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen. 

Die Autonomiebehörde mit Sitz in Ramallah verwaltet Teile des von Israel besetzten Westjordanlandes. Sie wird von Abbas' Fatah-Bewegung kontrolliert, die in erbitterter politischer Gegnerschaft zur Hamas im Gazastreifen steht. 

Das Ringen um die Rückführung toter Geiseln aus dem Gazastreifen gefährdet indes den Friedensprozess. Israel wirft der Hamas einen Verstoß gegen das Waffenruhe-Abkommen vor, da bislang nicht wie vereinbart alle 28 Toten übergeben wurden. Am Dienstagabend übergaben die Islamisten vier weitere Leichen. Bereits am Vortag waren vier Leichen von getöteten Geiseln nach Israel überstellt worden. 

Probleme bei der Übergabe der Leichen 

Bei den übermittelten sterblichen Überresten stellte sich allerdings heraus, dass eine Leiche nicht die einer Geisel ist. Eine genetische Untersuchung im forensischen Institut in Tel Aviv ergab nach Angaben der israelischen Armee, dass es sich um keine der weiterhin vermissten getöteten Geiseln handelt. In Medienberichten wird davon ausgegangen, dass es die sterblichen Überreste eines Palästinensers sein könnte. 

«Die Hamas ist verpflichtet, alle notwendigen Anstrengungen zu machen, um die verstorbenen Geiseln zurückzuführen», hieß es in der Mitteilung der Armee. Damit verbleiben noch 21 getötete Geiseln im Gazastreifen. Im Februar hatte die Hamas bereits anstelle der Leiche der Geisel Schiri Bibas den Leichnam einer Palästinenserin übergeben. Die Terrororganisation räumte später einen möglichen Irrtum ein. Die Verwechselung - ob wissentlich oder versehentlich - löste in Israel große Empörung aus. 

Tödliche Gefahr in Nähe der israelischen Streitkräfte 

Wie fragil die Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas ist, zeigte ein tödlicher Zwischenfall. Im Gazastreifen seien zwei Palästinenser durch israelischen Beschuss östlich der Stadt Gaza getötet worden, hieß es aus medizinischen Kreisen. 

Die israelische Armee teilte dazu mit, mehrere verdächtige Personen hätten die Rückzugslinie überschritten und sich israelischen Truppen im nördlichen Gazastreifen genähert. Damit hätten sie gegen die Waffenruhe-Vereinbarung verstoßen. Die Truppen hätten auf die Verdächtigen geschossen und damit «die Bedrohung beseitigt». 

Offenbar gab es mehrere Zwischenfälle dieser Art. Zehn getötete und weitere 35 verletzte Palästinenser seien in den letzten 24 Stunden in die Krankenhäuser des Gazastreifens gebracht worden, teilte das von der Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium mit. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Krieg / Konflikte / Nahost / Israel / Palästinensische Gebiete / USA
15.10.2025 · 17:55 Uhr
[0 Kommentare]
marienkäfer, insekt, glücksbringer, punkte, blüte, bestäubung, frühling, farbe, blätter, pollen
Hohe Temperaturen und Quellwolken im Süden Der Pfingstmontag verläuft sonnig und trocken. Über den Bergen im Süden entstehen einige Quellwolken, während es insgesamt meist trocken bleibt. Die Höchstwerte erreichen 19 Grad an der nordfriesischen Küste und bis zu 33 Grad am Oberrhein. Klare Nacht mit lokalem Nebel In der Nacht zum Dienstag zeigt sich der Himmel […] (04)
vor 8 Minuten
Ireland Baldwin
(BANG) - Ireland Baldwin hat bekannt gegeben, dass sie ihr zweites Kind mit ihrem langjährigen Partner RAC erwartet. Drei Jahre nachdem das Paar Tochter Holland willkommen hieß, teilte die 30-Jährige die Neuigkeit in einem verspielten Social-Media-Video. Gemeinsam mit RAC – mit bürgerlichem Namen André Allen Anjos – veröffentlichte sie den […] (00)
vor 1 Stunde
2CV-Comeback: Legendäre Ente kehrt als Stromer für unter 15.000 Euro zurück
Sie soll, wie früher, ein echtes »Volksauto sein, »gemacht für den Alltag« – und nun die Elektromobilität demokratisieren: Citroën-Chef Xavier Chardo hegt mit dem Comeback der Ente große Pläne. Der legendäre, kurvige Kleinwagen habe, so Chardo, 1948 »Millionen Menschen die Freiheit der Mobilität geschenkt«. Zeit also, den Gedanken auf moderne Art neu zu […] (11)
Samstag um 16:09
Destiny 3 liegt laut Bloomberg-Report auf Eis – Bungie plant wohl massiven Stellenabbau
Was Bungie-Fans bereits befürchtet haben, zeichnet sich jetzt als düstere Realität ab: Destiny 3 befindet sich nicht in Entwicklung. Stattdessen will das Studio einem Bericht von Bloomberg-Journalist Jason Schreier zufolge eine „signifikante Anzahl“ an Mitarbeitern entlassen. Die Nachricht kommt keine drei Wochen vor dem endgültigen Support-Ende von […] (00)
vor 2 Stunden
Droht «Die Bestatterin» erneut ein Quotenproblem wegen der Fußball-WM?
Das Erste zeigt Anfang Juli „Tote leben länger“ – doch möglicherweise läuft parallel erneut ein Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft. Am Mittwoch, den 1. Juli 2026, setzt Das Erste um 20.15 Uhr auf den vierten Film der Krimireihe Die Bestatterin. In „Tote leben länger“ übernimmt Anna Fischer erneut die Rolle der kriminalistisch begabten Bestatterin Lisa Taubenbaum auf der Schwäbischen Alb. […] (00)
vor 1 Stunde
Formel 1 - Großer Preis von Kanada - Rennen
Montréal (dpa) - Bei der Frage nach den Ratschlägen für Wunder-Teenager Kimi Antonelli im Titelkampf der Formel 1 hörte die Freundschaft bei Lewis Hamilton dann doch kurzzeitig auf. «Ich glaube, du vergisst, dass wir Konkurrenten sind», antworte der 41 Jahre alte siebenmalige Champion einem Reporter: «Er macht seine Sache bereits großartig. Ich werde […] (00)
vor 58 Minuten
Die Fragmentierung des globalen Internets und ihre wirtschaftlichen Folgen
In seiner wöchentlichen Kolumne analysiert Michael C. Jakob die großen Kräfte hinter Kapital, Technologie und geopolitischer Macht. Statt kurzfristiger Schlagzeilen stehen langfristige Entwicklungen im Fokus: neue Industrien, verschiebende Machtzentren, aufstrebende Technologien und die Frage, wie Vermögen im 21. Jahrhundert tatsächlich entsteht. […] (00)
vor 29 Minuten
Die Türklingel – klein im Format, groß in der Wirkung | KNOBLOCH
Döbeln, 25.05.2026 (PresseBox) - Die Türklingel gehört zu den meistgenutzten Elementen am Hauseingang. Sie ist der erste Berührungspunkt für Besucher, Zusteller und Dienstleister und beeinflusst den Eindruck des Eingangsbereichs unmittelbar. Eine gut sichtbare Klingelplatte mit eindeutig zugeordnetem Taster erleichtert die Orientierung und sorgt für […] (00)
vor 4 Stunden
 
Junge Leute mit Smartphones (Archiv)
Berlin - Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat Zweifel an einem Social-Media- […] (06)
Tödlicher Unfall von zwei Österreichern auf Flores
Jakarta/Labuan Bajo (dpa) - Zwei österreichische Touristen sind auf der indonesischen Insel […] (07)
Schaukel - Spielplatz
Wiesbaden (dpa) - In Deutschland sind mehr als 1.900 Kinder als vermisst gemeldet - […] (00)
Zwei Frauen mit Kinderwagen (Archiv)
Berlin - SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese fordert Familienministerin Karin […] (05)
Ein unerwarteter Vorfall Ein Böschungsbrand an den Gleisen zwischen Berlin und […] (00)
Idris Elba
(BANG) - Idris Elba war eigenen Angaben zufolge "nie im Rennen" um die Rolle des […] (03)
Apple dominiert Smartphone-Weltmarkt im ersten Quartal 2026
Im ersten Quartal 2026 hat Apple mit dem iPhone die Führung auf dem […] (01)
«37°Leben» begleitet junge Frau mit sozialer Phobie
Die ZDF-Reihe zeigt eindringlich, wie stark Angststörungen den Alltag prägen können – und wie […] (00)
 
 
Suchbegriff