Trump gewährt Ausnahmen für Smartphones – Apple und Techbranche atmen auf
Inmitten zunehmender Handelskonflikte hat die US-Regierung einen überraschenden Schritt unternommen: Smartphones, Computer und weitere Elektronikprodukte aus China werden vorerst von den neuen „reciprocal tariffs“ ausgenommen. Die Maßnahme kommt nach einer Woche heftiger Börsenturbulenzen – und sorgt insbesondere bei Apple, Nvidia und Microsoft für Erleichterung.
Laut Mitteilung der US-Zollbehörde vom Freitagabend gelten die Ausnahmen für Produkte wie Smartphones, Router, drahtlose Kopfhörer, Halbleiterfertigungsanlagen und bestimmte Laptops. Damit sind sie nicht von den zuvor angekündigten Zöllen in Höhe von bis zu 125 Prozent betroffen, die Präsident Trump auf Importe aus China verhängen will.
Besonders Apple dürfte davon profitieren: Schätzungen zufolge werden weiterhin rund 80 Prozent aller iPhones in China produziert – vor allem im Foxconn-Komplex in Zhengzhou. Nach dem Zollschock Anfang April hatte der Börsenwert des Konzerns in wenigen Tagen rund 700 Milliarden Dollar eingebüßt. Die Erleichterung über die Ausnahmeregelung könnte nun eine Trendwende einleiten.
Analysten werten die Entscheidung als erstes Anzeichen eines taktischen Zurückruderns Washingtons. Bereits 2018 und 2019 hatte Trump während früherer Handelskonflikte ähnliche Ausnahmen gewährt – nur um sie später teilweise wieder zurückzunehmen. Chad Bown vom Peterson Institute for International Economics warnt entsprechend: „Ob diese Ausnahmen diesmal Bestand haben, bleibt abzuwarten.“
Auch wenn die Ausnahmen die Techbranche kurzfristig entlasten, bleiben weite Teile der chinesischen Importe weiterhin von Trumps Strafzöllen betroffen. Insbesondere die pauschalen 20-Prozent-Zölle zur Bekämpfung des Fentanyl-Handels bleiben unangetastet. Die US-Handelskommission wollte sich bislang nicht zum Ausmaß der jüngsten Maßnahmen äußern.
Ökonomen und Notenbanker schlagen dennoch Alarm. John Williams, Präsident der New Yorker Fed, warnt, dass Trumps Zollpolitik die Inflation in den USA auf bis zu vier Prozent treiben könnte – mit weitreichenden Folgen für Konsum, Wachstum und Unternehmensgewinne. Der Handelskonflikt bleibt damit auch nach den jüngsten Ausnahmen ein ernstzunehmender wirtschaftlicher Risikofaktor.

