Trump fordert Rückgabe von Bagram: Neue Spannungen in afghanisch-amerikanischen Beziehungen
US-Präsident Donald Trump hat jüngst mit scharfen Worten auf seiner Plattform Truth Social die afghanische Regierung aufgefordert, den ehemaligen US-Luftwaffenstützpunkt Bagram an die Vereinigten Staaten zurückzugeben. Trump machte deutlich, dass andernfalls „schlechte Dinge passieren“ würden, ohne dabei konkretere Details zu nennen. Bagram war während der zwei Jahrzehnte währenden Präsenz internationaler Truppen in Afghanistan der zentrale militärische Dreh- und Angelpunkt. Der Stützpunkt, ursprünglich in den 1950er Jahren mit sowjetischer Unterstützung errichtet, wurde im Juli 2021 an die afghanischen Streitkräfte übergeben, bevor die Taliban die Kontrolle im August 2021 übernahmen.
Von Seiten der Taliban gab es eine nüchterne Reaktion. Der stellvertretende Taliban-Sprecher Hamdullah Fitrat erinnerte an das Doha-Abkommen, in dem die Vereinigten Staaten zugesichert hätten, die territoriale Integrität Afghanistans zu respektieren und jegliche Form von Gewalt oder Drohungen zu unterlassen. Trumps Zusatz, dass Bagram von strategischer Bedeutung sei, lenkt den Fokus auf die geopolitischen Verwerfungen in der Region, da der Stützpunkt angeblich in der Nähe von chinesischen Nuklearanlagen liegt.
Die Diskussion über Bagram ist nicht nur ein Rückblick auf den im Februar 2020 geschlossenen Friedensvertrag unter Trumps erster Amtszeit, sondern auch ein Indiz für die anhaltende Unsicherheit in der Region. Dieser Vertrag wurde in Doha ohne die damalige afghanische Regierung ausgehandelt, was die Komplexität der aktuellen geopolitischen Spannungen verdeutlicht.

