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Trump diktiert Cola-Rezeptur – politische Interventionen erschüttern Vertrauen in Planbarkeit der US-Regulierung

24. Juli 2025, 16:22 Uhr · Quelle: Eulerpool News
Donald Trump setzt Coca-Cola unter Druck, die Rezeptur zu ändern. Seine politischen Interventionen wecken Bedenken hinsichtlich der Planbarkeit der US-Regulierungen.

Als Donald Trump vergangene Woche via Truth Social verkündete, Coca-Cola werde „REAL Cane Sugar“ anstelle von High Fructose Corn Syrup (HFCS) verwenden, geriet der Getränkekonzern in Zugzwang. Sechs Tage und zahlreiche kritische Reaktionen später bestätigte Coca-Cola schließlich: Im Herbst soll eine US-Version mit Rohrzucker erscheinen. Zuvor hatte man noch halbherzig HFCS auf Social Media verteidigt – als bloßen Süßstoff aus Mais.

Trump agiert damit erneut außerhalb formeller Behördenwege – ein politischer Stil, der zunehmend die US-Lebensmittelindustrie betrifft. Ohne Gesetzgebung oder behördliche Anordnung setzt er Unternehmen unter öffentlichen Druck, Teil seiner „Make America Healthy Again“-Agenda zu werden. Gemeinsam mit Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. zwingt er Marken durch bloße Präsidial-Rhetorik zur Kursänderung. WK Kellogg etwa kündigte nur Tage nach dem Cola-Post an, bis 2027 künstliche Farbstoffe aus seinen Fruit Loops zu verbannen – Teil eines Trends, dem sich bereits PepsiCo und Kraft Heinz angeschlossen haben.

Tatsächlich fordern laut Umfragen 87 Prozent der Amerikaner stärkere staatliche Eingriffe zur Lebensmittelsicherheit. Trumps Strategie stößt auf breite Zustimmung – aber sie wirft auch Fragen auf. Ohne ordentliche Gesetzgebungsverfahren fehlt Unternehmen die Chance, Kritik einzubringen oder gemeinsam mit Behörden praktikable Lösungen zu entwickeln. Statt Regulierungsprozessen bestimmen spontane Deals mit dem Weißen Haus den Kurs – zum Preis wachsender Unvorhersehbarkeit.

Für die Industrie ist das heikel. Die Kurseinbrüche bei den Maisverarbeitern ADM und Ingredion unmittelbar nach Trumps Cola-Ansage zeigen, wie schnell spekulative Aussagen reale ökonomische Folgen haben. Auch Impfstoffhersteller geraten ins Schwanken: Kennedys Impfstoffbeirat hat jüngst die Empfehlungen für Grippeimpfstoffe überarbeitet – ohne wissenschaftlichen Konsens, aber mit spürbaren Investitionsunsicherheiten als Folge.

Trumps Ansatz erinnert an „regulation by enforcement“, bei dem progressive Regierungen über Vergleiche neue Standards durchsetzen. Doch Trumps informelle Machtausübung stellt ein neues Level dar: Keine Verfahren, keine Transparenz, keine Planungssicherheit. Was heute das Cola-Rezept ist, könnte morgen bereits die Zulassung von Medikamenten oder Inhaltsstoffen betreffen.

Ohne institutionelle Leitplanken bleibt die Frage offen, welche Branche als Nächstes unter Druck gerät – und wer dann noch investiert.

Finanzen / Unternehmen / Trump / Lebensmittelindustrie / Regulierung
[Eulerpool News] · 24.07.2025 · 16:22 Uhr
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