Tödlicher Anschlag im Iran: USA hatten Teheran vorher gewarnt
Ein schweres Selbstmordattentat erschütterte Anfang Januar den Iran. Nun wird bekannt, dass die US-Regierung Teheran Medienberichten zufolge vor möglichen Anschlagsplänen der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) gewarnt hatte. Laut einem US-Regierungsvertreter wurde dem Iran eine private Warnung übermittelt, dass eine terroristische Bedrohung innerhalb der iranischen Grenzen bestehe.
Der verheerende Anschlag ereignete sich am 3. Januar in der Stadt Kerman, bei dem mehr als 90 Menschen getötet und rund 280 weitere verletzt wurden. Ziel des Attentats war eine Trauerveranstaltung zum Todestag des Generals Ghassem Soleimani, der in Kerman geboren wurde. Es handelte sich um den tödlichsten Anschlag in der rund 45-jährigen Geschichte der Islamischen Republik. Der IS reklamierte die Attacke für sich.
Die genaue Art und Weise, wie die USA die Warnung übermittelt hatten und welche konkreten Informationen weitergegeben wurden, bleibt unklar. Diplomatische Beziehungen zwischen den USA und dem Iran bestehen nicht. Das US-Außenministerium wollte auf Anfrage keine weiteren Informationen geben. Der US-Regierungsvertreter erklärte jedoch, dass solche Hinweise aufgrund einer 'Warnpflicht' herausgegeben werden. Das Ziel sei es, unschuldige Menschenleben bei Terroranschlägen zu schützen.
Der IS betrachtet die schiitische Bevölkerungsmehrheit im Iran als Abtrünnige des Islams und verachtet sie. Auch ein Ableger des IS in Afghanistan ist regional aktiv.
Dieser Vorfall zeigt erneut die prekäre Sicherheitslage in der Region und verdeutlicht die Gefahren, denen die Menschen tagtäglich ausgesetzt sind. Es bleibt abzuwarten, wie die internationale Gemeinschaft auf diese Ereignisse reagieren wird und welche weiteren Maßnahmen ergriffen werden, um solche Anschläge in Zukunft zu verhindern. (eulerpool-AFX)

