Todeskandidat Nummer 1213 starb im Kugelhagel

18. Juni 2010, 18:07 Uhr · Quelle: dpa
Washington (dpa) - Nummer 1213 starb im Gewehrfeuer: Erstmals seit 14 Jahren ist in den USA ein Häftling durch ein Erschießungskommando hingerichtet worden.

Der 49-jährige Ronnie Lee Gardner wurde am Freitag um 0:17 Uhr (Ortszeit - 0817 MESZ) im Staatsgefängnis von Draper im Bundesstaat Utah für tot erklärt, nachdem fünf Schützen auf sein mit einem Stück Tuch gekennzeichnetes Herz geschossen hatten.

Das berichtete die «Salt Lake Tribune». Er hatte sich diese Art der Hinrichtung selbst ausgesucht, nachdem er vor 25 Jahren wegen Mordes an einem Anwalt verurteilt worden war.

1213 Hinrichtungen gab es seit der Wiedereinführung der Todesstrafe vor 34 Jahren in den USA, aber Gardner war erst der dritte Gefangene, der durch Gewehrkugeln exekutiert wurde. Alle drei Hinrichtungen dieser Art gab es in Utah, die letzte 1996.

Die Exekution sei sehr ruhig verlaufen, berichteten US-Medien. Angeschnallt auf einem Stuhl und das Gesicht von einer Kapuze verdeckt, nickte Gardner dem Erschießungskommando kurz zu, um zu signalisieren, dass er bereit sei. Gefragt nach seinen letzten Worten sagte er: «Ich habe keine.» Wenige Stunden vor der Hinrichtung hatte Utahs Gouverneur Gary Herbert ein letztes Gnadengesuch abgelehnt, wie kurz zuvor auch der Oberste Gerichtshof in Washington.

Die letzten Stunden habe Gardner friedvoll verbrachte, berichteten Zeugen. Er habe vom Nachmittag an alle Teile der Fantasy-Trilogie «Herr der Ringe» gesehen und einen Krimi gelesen. Kurz vor der Hinrichtung leistete ihm noch mit ein Mormonen-Priester Beistand. Sein letztes Mahl bestand aus Hummer, Steak und Apfelkuchen mit Eis - er aß es bereits am Dienstag, danach hatte er 48 Stunden gefastet.

Die fünf Schützen feuerten um 0.15 Uhr, eines der Gewehre war mit einer Platzpatrone geladen. Damit bleibt offen, wessen Schüsse tödlich waren: Das soll Schuldgefühle vermeiden helfen. Es gab zweimal einen lauten Knall. Die vier 30-Millimeter-Kugeln hinterließen Löcher auf der Rückseite des Stuhls. Mehrere Zeugen waren anwesend, seine Familie wollte nicht dabei sein.

Gardner hatte vor 25 Jahren bei einem Fluchtversuch in einem Gerichtsgebäude den Rechtsanwalt Michael Burdell erschossen. Ausgerechnet die Familie des Opfers hatte sich intensiv dafür eingesetzt, seine Strafe in lebenslange Haft umzuwandeln. Burdell sei ein Gegner der Todesstrafe gewesen, sagten die Hinterbliebenen.

Der Staat Utah hatte bereits 2004 die Erschießungskommandos abgeschafft und verwendet jetzt die Giftspritze. Da Gardner vorher zum Tode verurteilt worden war, hatte er die Wahl zwischen Erschießen oder Erhängen. Er hatte seine Beweggründe bis zum Ende nicht öffentlich gemacht. Einer seiner Vorgänger, Gary Gilmore, hatte vor mehr als 30 Jahren gesagt, er habe sich bewusst für die blutige Variante entschieden, um der Welt die Barbarei der Exekutionen drastisch vor Augen zu führen. Zuletzt war 1996 in Utah der verurteilte Kindermörder John Albert Taylor durch ein Erschießungskommando hingerichtet worden.

Justiz / Hinrichtungen / USA
18.06.2010 · 18:07 Uhr
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