Teure Zugreisen: Die Herausforderung der klimafreundlichen Mobilität
Die Kostenfrage bleibt eine Herausforderung für klimafreundliche Reisen innerhalb Europas. Eine aktuelle Studie von Greenpeace enthüllt, dass auf 66 von 142 untersuchten Städteverbindungen die Bahnreisen teurer sind als Flüge. Dies entspricht einem Anteil von 46,5 Prozent. Besonders im grenzüberschreitenden Verkehr haben Flüge auf 54 Prozent der 109 Verbindungen preislich die Nase vorn.
Interessant dabei ist, dass auch bei den 33 analysierten Inlandsverbindungen das Flugzeug auf 46,5 Prozent der Strecken das günstigere Verkehrsmittel darstellt. Bei den restlichen 7 Prozent der untersuchten Verbindungen ließ sich keine klare Kostenrelation feststellen. Lena Donat, Verkehrsexpertin von Greenpeace, fordert Maßnahmen, um diesen Trend umzukehren. Höhere Steuern auf Flugreisen und erleichterte Bahnreisen sollen helfen, den Preisvorteil der klimaschädlicheren Flugreisen auszugleichen: „Mit der Bahn reist man klimafreundlich, daher muss sie immer und überall günstiger sein als Fliegen“, so Donat.
Die umfassende Analyse basiert auf Preisvergleichen für einfache Fahrten auf 142 Verbindungen mit Distanzen von maximal 1.500 Kilometern, ohne Berücksichtigung von Abonnements oder Bonusprogrammen. Für die Verbraucher ist der Fahrpreis ein entscheidendes Kriterium, das nicht unterschätzt werden sollte. Bemerkenswert ist, dass Gepäckkosten und die generellen Vorteile für Familienreisen mit der Bahn nicht in die Kostenbewertung eingegangen sind, was weitere Preisvorteile für Bahnreisen suggerieren könnte.
Innerhalb Deutschlands zeigt sich ein gemischtes Bild: Auf 15 der 31 getesteten Strecken ist die Bahn die günstigere Option. Besonders die Verbindungen Hamburg-München und Stuttgart-Berlin sind stets preisgünstiger im Schienenverkehr. International betrachtet ist Fliegen Richtung Westeuropa häufig billiger, während Bahnreisen nach Polen, Tschechien, Österreich und Belgien preislich attraktiver bleiben.
Im Vergleich zu 2023 haben Bahnreisen insgesamt an Attraktivität gewonnen. Mittlerweile sind 41 Prozent der vergleichbaren Strecken auf der Schiene preiswerter, im Gegensatz zu lediglich 27 Prozent im Jahr 2023. Donat sieht darin einen vielversprechenden Trend, der Hoffnung für die Zukunft des klimafreundlichen Reisens in Europa weckt.

