Teure Tickets und gefährdete Arbeitsplätze: Luftverkehrsbranche kritisiert geplante Erhöhung der deutschen Ticketsteuer
Die geplante Erhöhung der deutschen Ticketsteuer sorgt nicht nur bei den Unternehmen, sondern auch bei den Beschäftigten der Luftverkehrsbranche für Unmut. Betriebsräte und die Gewerkschaft Verdi warnen vor den Auswirkungen dieser Maßnahme auf Arbeitsplätze und Umweltbelastungen.
In einem Schreiben an die Fraktionsvorsitzenden der Regierungsparteien kritisieren die Betriebsräte und Verdi die geplante Erhöhung der Ticketsteuer als eine Gefahr für kleinere Flughäfen. Diese könnten durch die zusätzlichen Kosten in ihrer Existenz bedroht werden. Zudem schwächen die höheren Kosten den deutschen Luftverkehr im Wettbewerb, insbesondere gegenüber subventionierten Fluggesellschaften aus dem arabischen Raum und der Türkei. Statt über Frankfurt und München würden Flüge vermehrt über Drehkreuze in Doha, Dubai oder Istanbul abgewickelt. Dies führe letztendlich zu höheren CO2-Belastungen.
Verdi-Vizevorsitzende Christine Behle schlägt als Alternative zur Ticketsteuer eine Klimaabgabe vor. Jedes Ticket solle mit einer solchen Abgabe belastet werden, deren Einnahmen dann zweckgebunden in Klimaschutz-Investitionen der Branche fließen könnten.
Die Ticketsteuer wurde im Jahr 2011 eingeführt und brachte dem Staat 2022 knapp 1,2 Milliarden Euro ein. Je nach Reiseziel fallen zwischen 12,48 und 56,91 Euro pro Ticket an, die in der Regel von den Anbietern an die Passagiere weitergegeben werden. Die Bundesregierung plant nun, durch die Erhöhung der Steuer zusätzliche Einnahmen zu erzielen, um den Verzicht auf eine nationale Kerosinsteuer auszugleichen. Ab dem 1. Mai sollen die Steuersätze zwischen 15,53 und 70,83 Euro liegen. (eulerpool-AFX)

