Teure Eiszeit: EU plant kreative Nutzung eingefrorener russischer Vermögen
Nach der umfassenden Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 wurden russische Vermögenswerte im Wert von bis zu 250 Milliarden Dollar in der Europäischen Union eingefroren. Diese Maßnahme erfolgte als Teil der Sanktionen, die die USA und ihre Verbündeten gegenüber der russischen Zentralbank und dem Finanzministerium verhängten. Derzeit befindet sich die EU in der Planung, diese eingefrorenen Gelder zur finanziellen Unterstützung der Ukraine einzusetzen, um so den Druck auf Russland weiter zu erhöhen.
Trotz der Versuche einer genauen Aufschlüsselung seitens der russischen Zentralbank bleibt bislang vieles im Unklaren. Ein Einblick in die Daten zu Beginn des Jahres 2022 zeigt jedoch signifikante Bestände in verschiedenen Währungen wie Euro, US-Dollar und britische Pfund. Die EU erwägt, russische Vermögenswerte durch Nullkupon-Anleihen der Europäischen Kommission zu ersetzen, wodurch ein 'Reparationskredit' für die Ukraine möglich gemacht wird.
Diese Verpflichtung soll zurückgezahlt werden, sobald Russland Reparationen an die Ukraine leistet. Um potenzielle Blockaden zu vermeiden, könnte dieser Plan von einer freiwilligen Koalition umgesetzt werden, insbesondere um einen unliebsamen Veto von Ungarn zu umgehen. Da die Zinsen der eingefrorenen Vermögenswerte bisher zur Rückzahlung eines 50-Milliarden-Dollar-Darlehens an die Ukraine verwendet wurden und diese Zinsbeträge rückläufig sind, wird die EU zunehmend kreativ im Umgang mit den Ressourcen.
Euroclear, das belgische Wertpapierdepot, stützte am 30. Juni 194 Milliarden Euro dieser russischen Vermögenswerte in seinen Büchern, wobei die Zinsen bereits rückläufig waren. Die Diskussion über eine mögliche Beschlagnahmung führte jedoch auch zu scharfer Kritik aus Russland. Russische Offizielle drohten mit Gegenmaßnahmen und wiesen auf Risiken für die westlichen Investitionen in Russland sowie das globale Finanzsystem hin. Die Gefahr einer Eskalation und rechtliche Konsequenzen schweben über der Debatte, während Euroclear auf weitere Details von der europäischen Kommission wartet.

