Termingarantie bei Fachärzten: Ein neuer Ansatz für kürzere Wartezeiten
Die Diskussion um die langen Wartezeiten für Facharzttermine in Deutschland hat einen neuen Impuls bekommen. Der ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach von der SPD sprach sich für eine Termingarantie bei Fachärzten für gesetzlich Versicherte aus. Sollte innerhalb von drei Wochen kein Termin verfügbar sein, sollten Patienten wie Privatversicherte ambulant im Krankenhaus behandelt werden können. Die Finanzierung dieser Maßnahme solle aus dem Honorartopf der niedergelassenen Fachärzte erfolgen.
Derzeit müssen Patienten im Schnitt sechs Wochen auf einen Facharzttermin warten. Eine Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linken zeigte, dass gesetzlich Versicherte im Jahr 2024 im Durchschnitt 42 Tage warten, während es 2019 noch 33 Tage waren. Der Deutsche Hausärzteverband reagierte besorgt. Die Vorsitzende Nicola Buhlinger-Göpfarth mahnte zur Eile bei den geplanten Reformen.
Auch Janosch Dahmen, Gesundheitsexperte der Grünen, unterstützte Lauterbachs Vorstoß. Seiner Meinung nach sei es sinnvoll, Krankenhäusern zu gestatten, bei offensichtlicher Unterversorgung auch ambulante fachärztliche Leistungen zu erbringen. Er betonte, dass die starre Trennung zwischen niedergelassenen Ärzten und Krankenhausärzten nicht mehr der aktuellen Realität entspreche.

