Teheran unter Druck – und seine Partner zögern
Trotz massiver US- und israelischer Luftschläge auf Irans Nuklearinfrastruktur bleibt konkrete Hilfe aus Peking, Moskau und Pjöngjang bislang aus. Dabei war die Zusammenarbeit jahrzehntelang eng: China half beim Aufbau der Isfahan-Anlage, Russland entsandte Atomexperten, und Nordkorea lieferte Technik für unterirdische Anlagen – darunter die Tunnel, die nun Ziel der Angriffe waren.
Doch mit der Eskalation steigen die geopolitischen Kosten. Während US-Präsident Donald Trump militärisch sichtbar Position bezog, ist ein offener Schulterschluss mit Teheran für dessen Partner riskant geworden. Chinas Regierung befindet sich in heiklen Handelsgesprächen mit Washington, Russland braucht diplomatische Beweglichkeit im Nahen Osten – auch wegen seiner Beziehung zu Israel –, und Nordkorea hat bereits Truppen in Russland gebunden.
Putins Treffen mit Irans Spitzendiplomaten blieb symbolisch; militärische Zusagen gab es keine. Auch aus Peking und Pjöngjang kamen nur verbale Verurteilungen der Angriffe – Trump wurde dabei namentlich nicht erwähnt.
Dabei profitieren die drei autoritär regierten Staaten indirekt vom Konflikt: Die USA verlagerten militärische Ressourcen vom Indopazifik in den Nahen Osten. Trumps verkürzter G7-Auftritt bedeutete auch weniger Zeit für Verhandlungen mit der Ukraine.
Gleichwohl bleibt der Aufbau iranischer Verteidigungskapazitäten potenziell ein Geschäft – Nordkorea könnte Waffen liefern, China sogenannte Dual-Use-Güter, Russland elektronische Schutzsysteme gegen Drohnen oder Cyberangriffe.
Doch die bisherigen Reaktionen offenbaren vor allem eins: Die sogenannte „Crink“-Achse – China, Russland, Iran, Nordkorea – funktioniert in Friedenszeiten effizienter. Sobald echter Beistand gefordert ist, werden die Interessenkonflikte und strategischen Eigeninteressen spürbar. Selbst für Moskau, das erst im Januar ein neues Partnerschaftsabkommen mit Teheran unterzeichnete, lautet die Devise nun: nicht provozieren, aber auch nicht fallen lassen.
„Die Achse der Autokratien existiert – aber nur solange, wie keiner den Preis für die Solidarität zahlen muss“, so Behnam Ben Taleblu vom Washingtoner Thinktank FDD.

