Technologieaktien unter Druck: Zinspolitik und geplatzte Deals verunsichern den Markt
Die Aktienkurse der Halbleiterindustrie setzten am Montag ihren Abwärtstrend fort, nachdem sie den Negativvorgaben aus den USA gefolgt waren. US-Präsident Donald Trump hatte Kevin Warsh als neuen Präsidenten der US-Notenbank Fed vorgeschlagen, was Spekulationen auf Zinssenkungen einen Dämpfer gab. Warsh gilt als konservativer 'Falke', der für eine restriktivere Zinspolitik steht, um die Inflation zu kontrollieren.
Trump hat den aktuellen Fed-Chef Jerome Powell wiederholt aufgefordert, die Zinsen zu senken, um die Märkte zu beruhigen. Enttäuschte Anleger, die auf eine lockerere Geldpolitik gehofft hatten, sind verunsichert. Besonders die Gold- und Silbermärkte gerieten unter Druck, und auch die bereits hoch bewerteten Technologiewerte litten unter diesen Entwicklungen.
Die Nasdaq geriet somit schon vor dem Wochenende unter Druck. Aktien von Intel, Micron, Applied Materials und AMD verzeichneten Rückgänge zwischen 4 und 6 Prozent und setzen diesen Abwärtstrend voraussichtlich fort. Auch in Asien war der Trend zu beobachten: Aktien von Samsung und SK Hynix verbuchten teils Verluste von fast 7 Prozent, obwohl sie zuvor von der Nachfrage nach schnellen Speicherchips profitiert hatten.
In Europa gaben ASML, STMicroelectronics und BE Semiconductor leicht nach. Infineon erholte sich im DAX von frühen Verlusten. Positiv wirkten sich Analystenkommentare von Morgan Stanley aus, die Infineon aufgrund des Wachstums in Rechenzentren optimistisch bewerten und ihr Kursziel anhoben.
Die Ernennung von Warsh wird von vielen als Unsicherheitsfaktor betrachtet, insbesondere für Technologietitel mit hohem Investitionsbedarf in künstliche Intelligenz. Analysten beobachten eine Ermüdungserfahrung bei den Rallys dieser Aktien, die seit Jahresanfang stark gestiegen sind.
Zudem belasten Berichte des 'Wall Street Journal' über das Scheitern eines 100-Milliarden-Dollar-Deals zwischen Nvidia und OpenAI den Markt. Die Verhandlungen sollen nur in einer frühen Phase gewesen sein, dennoch setzt Nvidia nach wie vor auf OpenAI und plant eine Beteiligung an einer neuen Finanzierungsrunde.

