Tankstellenpreise: Zwischen Raketengeschwindigkeit und Federleichtheit
Das Bundeskartellamt hat das altbekannte Phänomen der Preisdynamik bei Kraftstoffen, den sogenannten Rocket-and-Feather-Effekt, in einer aktuellen Untersuchung thematisiert. Dabei wird deutlich, dass die Spritpreise bei steigenden Rohölkosten schnell angehoben werden, während bei fallenden Einstandspreisen eine träge Anpassung erfolgt. Diesen Effekt hatte auch der ADAC jüngst wieder betont, als die Literpreise an den Zapfsäulen nur zögerlich auf den Sinkflug des Ölpreises reagierten.
Der Rocket-and-Feather-Effekt ist nicht auf den Energiemarkt beschränkt, sondern ein weitverbreitetes Phänomen in der Wirtschaft. Unternehmen passen ihre Verkaufspreise bei steigendem Kostendruck schnell an, um Margen zu schützen, während ein Preisrückgang nur langsam an die Kunden weitergegeben wird. Dies geschieht insbesondere dann, wenn Mitbewerber ebenfalls zurückhaltend agieren.
Trotz der täglichen Preisrudelbildung gibt es aus Sicht des Kartellamts auch eine positive Nachricht für Verbraucher. Eine Untersuchung hat gezeigt, dass eine günstige Tankstelle mit hoher Wahrscheinlichkeit über mehrere Stunden die preiswerteste bleibt. Nach einer Viertelstunde liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Tankstelle weiterhin die günstigste bleibt, bei 79 Prozent. Noch nach acht Stunden kann man mit einer Wahrscheinlichkeit von knapp zwei Dritteln darauf vertrauen, dass der Preis konkurrenzfähig bleibt. Dies sollte Verbrauchern zumindest etwas Entwarnung bieten und ihnen ermöglichen, mit Bedacht zu tanken.

