SUVs in Deutschland: Ein kontroverser Aufstieg mit Überraschungen
Der Blick auf SUVs spaltet die deutsche Nation: Für die einen stellen sie schwerfällige und umweltfeindliche Fahrzeuge dar, während andere in ihnen geräumige und familienfreundliche Begleiter sehen. Der Boom des SUV-Segments hält unvermindert an und sie stellen mittlerweile fast ein Drittel aller Neuzulassungen. Parallel dazu wächst die Debatte um mögliche höhere Parkgebühren, eine Maßnahme, die bereits in Paris umgesetzt wurde und von über der Hälfte der Deutschen unter bestimmten Bedingungen unterstützt wird.
Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur zeigt die gespaltene Meinung: 31 Prozent der über 18-jährigen Befragten beurteilen SUVs positiv, genauso viele negativ. Diese Ansichten ziehen sich durch beide Geschlechter, aber das Alter spielt eine entscheidende Rolle. Überraschenderweise zählen sowohl die Gen Z als auch Millennials mit zu den Befürwortern, während ältere Generationen eher skeptisch sind.
SUVs erfreuen sich besonderer Beliebtheit in Haushalten mit Kindern und bei Besserverdienern. Regional gibt es ebenfalls Unterschiede: Während der Westen Deutschlands SUVs tendenziell ablehnt, zeigen sich die Ostdeutschen weitaus aufgeschlossener. Die Definition des Begriffs SUV führt zu weiterer Verwirrung, da das Kraftfahrt-Bundesamt oft anders kategorisiert, was zum allgemeinen Bild eines SUVs gehört. Beispielsweise ist der VW T-Cross leichter und kürzer als der VW Golf, obwohl er als SUV gilt.
Der Aufstieg der SUVs ist beeindruckend: Seitdem das Kraftfahrt-Bundesamt 2013 SUVs als eigenständiges Segment aufführte, hat sich ihr Marktanteil von 8,3 Prozent auf beeindruckende 33 Prozent erhöht. Mehr als die Hälfte der neu zugelassenen Elektroautos in Deutschland sind SUVs, was das Bild ihrer Umweltfreundlichkeit etwas relativiert. Hersteller wie BMW und Mercedes präsentieren weiterhin neue Elektro-SUVs als Zeichen der Mobilitätswende.
Die Beweggründe für die Beliebtheit von SUVs sind vielfältig: 50 Prozent schätzen die erhöhte Sitzposition, 36 Prozent den Raum für Familie und Gepäck, 34 Prozent den Komfort und 30 Prozent die Sicherheit. Status und Image sind für lediglich 8 Prozent von Bedeutung, während SUV-Besitzer diese Vorteile erwartungsgemäß stärker hervorheben.
Gegner von SUVs kritisieren besonders den Platzverbrauch in Städten, gefolgt von hohem Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen. Die hohen Anschaffungskosten werden von 40 Prozent der Befragten bemängelt. In Paris ist der Platzverbrauch der Grund für gestiegene Parkgebühren, was auch in Deutschland auf Zustimmung stößt: 29 Prozent befürworten erhöhte Gebühren, 10 Prozent sehen dies nur für Großstädte angemessen, und 15 Prozent sind offen für maßvolle Stadtlösungen.
Der Umfrage liegt eine repräsentative Online-Befragung von 2.059 Personen ab 18 Jahren zugrunde.

