Strategiewechsel im Gesundheitssystem: Mehr Effizienz und Steuerung im Fokus
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken plant umfangreiche Reformen der gesetzlichen Krankenversicherung, mit denen sie steigenden Kosten entgegenwirken möchte. Im Interview der Woche äußerte die CDU-Politikerin, dass in der Vergangenheit immer mehr Leistungen hinzugefügt wurden, weshalb nun abgewogen werden müsse, welche weiterhin finanzierbar bleiben. Dabei betonte Warken, dass das Ziel nicht sei, am System zu sparen, sondern es effizienter zu gestalten.
Besonders wichtig ist der Ministerin, dass der Zugang zu medizinischer Versorgung nicht erschwert wird. Vielmehr müsse das System besser gesteuert und zielgerichteter organisiert werden. Diese Veränderungen beträfen sowohl Patienten als auch Ärzte und Krankenhäuser gleichermaßen.
Eine eigens im September einberufene Expertenkommission hat die Aufgabe, bis März Vorschläge zur Stabilisierung der Beiträge ab 2027 zu erarbeiten. Weiterführende Reformvorschläge sollen bis Ende 2026 präsentiert werden.
Ein heikles Thema bleibt die Steuerung von Facharztbesuchen. Warken spricht von der Notwendigkeit weiterer Steuerungselemente, die Patienten entweder durch Anreize oder geringe Gebühren lenken könnten. Eine allgemeine Praxisgebühr wird jedoch abgelehnt, da frühere Versuche in dieser Hinsicht als zu bürokratisch bewertet wurden. Im Koalitionsvertrag von Union und SPD ist bereits vorgesehen, ein System zu etablieren, wonach Patienten primär ihren Hausarzt aufsuchen, der sie bei Bedarf rechtzeitig an Fachärzte überweist.

