Steuerrevolution in Sicht? VdK fordert Umdenken bei Sozialversicherungsfinanzierung
Eine umfassende Entlastung der Beitragszahlerinnen und Beitragszahler in Deutschland könnte durch einen kühnen Reformvorschlag des Sozialverbands VdK Realität werden. Der Verband macht sich stark für eine vollständige Finanzierung bestimmter Sozialversicherungsleistungen aus Steuergeldern, um drohenden Beitragsexplosionen entgegenzuwirken. Verena Bentele, Präsidentin des VdK, betont, dass gesamtgesellschaftliche Aufgaben auch von der gesamten Gesellschaft getragen werden sollten.
Mit Blick auf die bevorstehende vorgezogene Bundestagswahl legt der VdK eine kritische Kostenanalyse vor. Die Analyse zeigt, dass die Sozialversicherungsbeiträge belastet werden, weil die Krankenkassen etwa die kostenlose Mitversicherung von Kindern und Ehepartnern mittragen. Die Forderung: Mehr staatliche Gelder zur Finanzierung solcher versicherungsfremder Leistungen, die derzeit ein Defizit von rund 71 Milliarden Euro jährlich verursachen.
Im Schulterschluss mit Fiscal Future präsentiert der VdK ein Konzept, das potenziell zusätzliche 100 Milliarden Euro in die Staatskassen spülen könnte. Carl Mühlbach von Fiscal Future weist auf die ungleiche Steuerbelastung von Arbeit und Vermögen hin und plädiert für eine Vermögenssteuer. Vermögen ab fünf Millionen Euro sollen mit einem Prozent, jene über 100 Millionen Euro mit zwei Prozent besteuert werden, um die Finanzierungslücken zu schließen und das soziale Sicherungssystem zu entlasten.
Die Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme ist ein heiß diskutiertes Thema im Bundestagswahlkampf. In Deutschland erfolgen diese überwiegend durch Beiträge der Versicherten und ihrer Arbeitgeber, ergänzt durch steuerfinanzierte Zuschüsse.

