Steuerliche Entlastungen: Deutschland zündet den Investitions-Turbo
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil zieht das Tempo an: Sein neues Investitionssofortprogramm soll die Wirtschaft in Deutschland kräftig ankurbeln. Bereits am Mittwoch könnte das ambitionierte Gesetzesvorhaben das Kabinett passieren und damit den Startschuss für eine Reihe von Steuerentlastungen geben. Ein zentraler Aspekt des Programms beinhaltet verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten für betrieblich genutzte Elektroautos.
Das Paket, das bis 2029 rund 46 Milliarden Euro in die Kassen des Bundes kosten dürfte, wird derzeit von den verschiedenen Ressorts geprüft. Sollte das Kabinett, möglicherweise schon am Mittwoch, zustimmen, sind anschließend Bundestag und Bundesrat gefordert, ihre Zustimmung zu erteilen. Im Fokus des Programms steht ein „Investitions-Booster“, der es Unternehmen erlaubt, Investitionen in bewegliche Güter wie Maschinen in den nächsten Jahren mit bis zu 30 Prozent steuerlich geltend zu machen.
Ein weiterer Pfeiler des Pakets ist die schrittweise Senkung der Körperschaftssteuer von aktuell 15 Prozent auf 10 Prozent bis 2032. Dies soll den Unternehmen langfristige Sicherheit geben und den Standort Deutschland stärken. Ergänzend dazu sinkt der Steuersatz für im Unternehmen verbleibende Gewinne, was zu Investitionen in Forschung und Entwicklung animieren soll.
Speziell der Kauf von Elektrofahrzeugen wird für Unternehmen künftig attraktiver gestaltet: Im Jahr des Kaufs können 75 Prozent der Kosten steuerlich abgeschrieben werden, gefolgt von einer degressiven Abschreibung über die folgenden Jahre. Diese Regelung gilt für Fahrzeuge, die zwischen Juli 2025 und Dezember 2027 erworben werden.
Die Regierung, bestehend aus CDU, CSU und SPD, beabsichtigt zügig zu handeln und die Maßnahmen noch vor der Sommerpause auf den Weg zu bringen. Kanzler Friedrich Merz und Lars Klingbeil zeigen sich optimistisch, dass ihre steuerpolitischen Maßnahmen den erhofften Wachstumsschub für die angeschlagene deutsche Wirtschaft bringen werden. Bei ihrem ersten Koalitionsausschuss wurde eine Prioritätenliste beschlossen, die als Startsignal für das neue Wirtschaftsprogramm fungieren soll.

