Standard Chartered senkt Bitcoin-Prognose: Kursrückgang auf $50.000 erwartet

Standard Chartered hat seine langfristige Prognose für Bitcoin (BTC) zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten gesenkt, da der Kryptowährungsmarkt offenbar in einen neuen Bärenzyklus eingetreten ist.
Während sich die führende Kryptowährung derzeit unter der wichtigen Marke von $70.000 konsolidiert, warnt die Bank nun, dass der Kurs auf bis zu $50.000 fallen könnte, bevor eine Erholung einsetzt.
Standard Chartered reduziert Bitcoin-Ziel auf $100.000
In einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung erklärte Geoff Kendrick, Leiter der Digital Asset Research bei Standard Chartered, dass die Bank nun erwartet, dass Bitcoin bis Ende 2026 $100.000 erreichen wird.
Diese Prognose stellt eine deutliche Reduzierung gegenüber der vorherigen Schätzung von $150.000 dar. Die Anpassung folgt auf eine frühere Herabstufung im Dezember, als das Ziel von ambitionierten $300.000 gesenkt wurde.
Laut einem Bericht von Bloomberg spiegelt die vorsichtigere Haltung der Bank eine Kombination aus schwächeren makroökonomischen Bedingungen und einem veränderten Anlegerverhalten wider, insbesondere angesichts des Abwärtstrends des letzten Monats.
Die führende Kryptowährung ist um mehr als 40% von ihrem Höchststand im Oktober auf derzeit etwa .160 gefallen, während der US-Spot-Bitcoin-ETF-Sektor Nettoabflüsse von fast Milliarden verzeichnet hat.
Kendrick bemerkte, dass die nachlassende wirtschaftliche Dynamik in den USA und die reduzierten Erwartungen an Zinssenkungen der Federal Reserve (Fed) stark auf digitalen Vermögenswerten lasten. Insbesondere der Rückgang der ETF-Bestände hat eine zuvor kritische Nachfragequelle während früherer Rallyes entfernt.
Das Zinsumfeld bleibt ein zentrales Anliegen. Die Märkte haben die Erwartungen an eine Lockerung der Federal Reserve zurückgeschraubt, wobei Investoren nun damit rechnen, dass die erste Zinssenkung später im Jahr erfolgen könnte als zuvor gedacht.
Kendrick verwies auch auf die Unsicherheit hinsichtlich der zukünftigen Führung der Federal Reserve als weiteren Faktor, der zur Vorsicht bei Bitcoin beiträgt. Die Bank warnte, dass sich verschlechternde makroökonomische Bedingungen und das Risiko weiterer Anlegerkapitulation die Preise kurzfristig weiter unter Druck setzen könnten.
Ethereum könnte auf $1.400 fallen
Trotz der konservativeren Bitcoin-Prognosen betonte Standard Chartered, dass der aktuelle Abschwung geordneter erscheint als frühere Zusammenbrüche des Kryptomarktes.
Kendrick hob hervor, dass die On-Chain-Aktivitätsdaten weiterhin Verbesserungen zeigen, was darauf hindeutet, dass die grundlegende Netzwerknutzung gesund bleibt.
Darüber hinaus betonte der Forschungsleiter der Bank, dass der Markt nicht die Art von hochkarätigen Plattformausfällen erlebt hat, die den Zyklus von 2022 prägten, als die Zusammenbrüche von Terra/Luna und FTX weitreichende Ansteckungen auslösten.
Die Bank hat auch ihre Prognose für Ethereum (ETH) angepasst. Das Kursziel für die zweitgrößte Kryptowährung bis 2026 wurde von $7.500 auf $4.000 gesenkt. Bevor dieses Niveau erreicht wird, erwarten Analysten, dass Ether auf etwa $1.400 fallen könnte.

