Stabilität in unsicheren Zeiten: Deutsche Staatsanleihen bleiben gefragt
Die Kurse der deutschen Staatsanleihen zeigten sich am Freitag trotz der unsicheren geopolitischen Lage weitgehend stabil. Zwar gab der richtungweisende Euro-Bund-Future leicht um 0,03 Prozent auf 128,31 Punkte nach, doch bleibt die Nachfrage nach Staatsanleihen angesichts der gegenwärtigen globalen Spannungen ungebrochen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 2,83 Prozent.
Analyst Christian Reicherter von der DZ Bank hebt hervor, dass die Geopolitik derzeit das beherrschende Thema auf dem Anleihenmarkt ist, wobei die Situation im Iran besonders unübersichtlich ist. Immerhin scheint US-Präsident Donald Trump von der Idee einer direkten militärischen Intervention Abstand genommen zu haben, was die Lage etwas entspannt.
Die inländischen Inflationsdaten brachten wenig Impulse, nachdem das Statistische Bundesamt seine vorläufigen Berechnungen bestätigt hatte. Ein Rückgang bei Energie- und Nahrungsmittelpreisen drückte die Inflation im Dezember unter die psychologisch wichtige Marke von zwei Prozent.
Der Blick richtet sich nun über den Atlantik in die USA, wo Daten zur Industrieproduktion erwartet werden. Aufgrund der moderaten Stimmung im verarbeitenden Gewerbe ist bestenfalls eine leichte Produktionssteigerung von 0,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu erwarten. Außerdem werden am Nachmittag wichtige Aussagen von US-Notenbankvertretern, darunter Michelle Bowman, zur wirtschaftlichen und geldpolitischen Lage erwartet. Diese Statements erlangen angesichts des jüngsten juristischen Drucks der US-Regierung auf die Unabhängigkeit der Notenbank eine besondere Bedeutung.

