Stabile Inflation in den USA: Leichtes Aufatmen oder trügerische Ruhe?
Die Ende des vergangenen Jahres gemeldeten Inflationsdaten aus den USA zeichnen ein Bild relativer Stabilität: Im Dezember hielten sich die Verbraucherpreise im Jahresvergleich konstant bei einem Anstieg von 2,7 Prozent, wie das Arbeitsministerium in Washington bekannt gab. Diese Entwicklung entsprach den Erwartungen der Volkswirte. Im Monatsvergleich legten die Preise um 0,3 Prozent zu, ebenfalls im Einklang mit den Vorhersagen. Während sich Lebensmittel überdurchschnittlich verteuerten, verzeichnete der Benzinpreis im Dezember eine erfreuliche Entlastung gegenüber dem Vorjahresniveau.
Die Kerninflation, welche die volatilen Preise für Energie und Nahrungsmittel ausklammert, blieb unverändert bei 2,6 Prozent – entgegen der leichten Steigerung, die Analysten prognostiziert hatten. Die Inflationsrate verharrt über dem Zwei-Prozent-Ziel der US-Notenbank Fed. Ulrich Wortberg, Analyst bei der Landesbank Hessen-Thüringen, betonte, dass sich die Inflation zum Jahresende kaum entspannt habe.
Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank, sieht in den Preisdaten keine wesentlichen Effekte der US-Zollpolitik. Sollte diese Stabilität anhalten, könnte die Fed laut Gitzel weitere Zinssenkungen in Betracht ziehen. Allerdings warnt Gitzel davor, den Inflationszahlen allzu viel Vertrauen zu schenken. Die vorübergehende Schließung vieler US-Bundesbehörden von Oktober bis Mitte November beeinträchtigt weiterhin die Messung der Verbraucherpreise, was die aktuell gemeldeten Preisdaten potenziell verzerrt.

