Spielzeug: Retro oder Zukunft?

Ist das noch retro oder schon die Zukunft? Gewohnt gut informierte Trendforscher wie Gabriela Kaiser sind sich sicher: In diesem Jahr erleben Spielzeug, Spiele und Figuren ein Revival, die Eltern aus ihrer eigenen Kindheit kennen - und jetzt dem eigenen Nachwuchs nahe bringen wollen. Aber zugleich wird alles elektronischer und moderner. Was sind da die Spielzeugtrends der Zukunft? Science Fiction oder ab in die Vergangenheit?
Zurück in die Zukunft
Die Antwort lautet ganz klar: beides. Schon bei der Nürnberger Spielwarenmesse Anfang 2013 staunten Besucher über ein seltsam bekanntes Plüschtier, das wohlig rülpste, wenn es mit Brathähnchen gefüttert wurde - per iPhone-app.
Des Rätsels Lösung: Es handelte sich um das Ende der 90er Jahre äußerst beliebte Kuscheltier Furby, das nun vom Hersteller Hasbro zum sympathischen Hightech-Plüschmonsterchen umfunktioniert worden war.
Furby ist ein typisches Beispiel dafür, dass traditionelle Figuren oder Spiele weiter entwickelt und dabei mit den heutigen Lieblings-Spielzeugen von Erwachsenen und Kindern kombiniert werden - dem Smartphone und dem Tablet-Computer.
Das ist mitunter verblüffend einfach: Warum sollte er Dauerbrenner Modell-Eisenbahn heutzutage nicht per iPhone gesteuert werden? Und wenn man einen Spielzeugroboter mit dem Smartphone verbindet, kann man ein Foto hochladen, das plötzlich auf dem Gesicht es Roboters erscheint. Oder ihm ein Tablet in die Hand drücken, das sich mit ihm verbindet.
Das Spiel zum Film
Ein weiterer Trend, der sich noch verstärkt, ist die Begleitung von Filmen und TV-Serien mit den entsprechenden Figuren und sonstigen Merchandising-Artikeln. Wer vor Weihnachten mit seinen Kindern im Kino "Die Eiskönigin" gesehen hat und gleich darauf nach dem bezaubernden Schneemann Olaf googelte, konnte das passende Plüschtier und die DVD schon auf dem Heimweg im Elfen Online Serviceshop vorbestellen.
Die meisten Kinder wissen - diese Erfahrung machen Händler immer mehr - längst genau, was gerade läuft und angesagt ist und wünschen sich entsprechend aktuelle Helden oder Spiele. Das Modell vom letzten Jahr ist dann schnell vergessen.
Zwei weitere Trends haben sich im vergangenen Jahr etabliert und werden sich fortsetzen: Zum einen achten immer mehr Eltern darauf, dass ihre Kinder Hightech-Lernspiele bekommen, in denen sie sich, oft verblüffend spannend aufbereitet, mit ihrer Umwelt und der Schule auseinandersetzen.
Etwas überraschender war, dass sich klassische Spielwelten der Jungs zunehmend für Mädchen öffnen: So bieten Lego und Playmobil längst neue Themenwelten an, in denen es ganz schön rosa zugeht - mit großem Erfolg. Längst werden bei Playmobil romantische Hochzeiten gefeiert, bei denen die passende Handtasche als Accessoire nicht fehlen darf. Bei diesem Anblick fragt man sich unwillkürlich, wann es wohl in den unendlichen Welten der Elfen mal so rau zugeht, dass sie auch für Jungs spannend werden. Vermutlich spätestens ab 2015 mit einer passenden iPhone-app.
Genialer Handschuh
Allzu technisch und kompliziert muss es übrigens bei Spielwaren gar nicht zugehen: Die vielleicht genialste Idee der letztjährigen Spielzeugmesse war ein vermeintlich einfacher Handschuh. Sein Geheimnis: Mit ihm kann man Seifenblasen berühren, ohne dass sie platzen. Stattdessen kann man sie gleich mehrfach anstupsen und durch die Luft dirigieren. Ganz ohne Computer.

