SPD fordert Steuerreform: Klüssendorf setzt auf stärkere Belastung für Wohlhabende

Inmitten der aktuellen Diskussionen um soziale Gerechtigkeit plädiert SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf für eine stärkere finanzielle Verantwortung der Wohlhabenden und Spitzenverdiener in Deutschland. Mit Blick auf Gehälter jenseits der Schwelle des Reichensteuersatzes ist Klüssendorf der Überzeugung, dass Singles mit einem Jahreseinkommen von 280.000 Euro und mehr mehr zum Gemeinwohl beitragen sollten. Derzeit trifft diese Einkommensgruppe der maximale Steuersatz von 45 Prozent.
Parallel dazu strebt Klüssendorf eine Entlastung der mittleren Einkommen an und setzt sich dafür ein, den Spitzensteuersatz in der Steuertabelle weiter nach hinten zu schieben. Der momentan gültige Spitzensteuersatz von 42 Prozent greift bei Einkommen, die über 68.480 Euro liegen. Diese Maßnahme soll mittlere Einkommen spürbar erleichtern und finanzielle Gerechtigkeit fördern.
Interessanterweise sieht Klüssendorf in seinen Vorschlägen keinen Anlass für Konflikte innerhalb der schwarz-roten Koalition, da selbst die Union das Problem der wachsenden Einkommensschere anerkennt. Gemeinsam solle im kommenden Jahr der Sozialstaat reformiert werden. Zudem fordert Klüssendorf eine Neujustierung bei den Sozialversicherungsbeiträgen, um die Belastung gerechter zu verteilen und gleichzeitig die finanziellen Systeme zu stabilisieren.
Besondere Aufmerksamkeit richtet Klüssendorf auch auf die Besteuerung außergewöhnlich hoher Vermögen sowie auf Erbschaften und Schenkungen. Die bestehende Rentenkommission der Bundesregierung prüft derzeit, wie das Rentensystem zukunftssicher gestaltet werden kann, einschließlich der möglichen Einbeziehung zusätzlicher Berufsgruppen in die gesetzliche Rentenversicherung. Diese Überlegung stößt momentan allerdings auf Vorbehalte seitens der Union.

