Spannungen im Währungsmarkt: Euro erreicht neues Hoch seit 2021
Der Euro erklimmt neue Höhen und erreicht den höchsten Stand seit Juni 2021. Die europäische Gemeinschaftswährung stieg am Nachmittag auf bis zu 1,1972 US-Dollar, während sie am Morgen noch um einen Cent niedriger gehandelt wurde. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1929 Dollar fest, ein Anstieg gegenüber dem Vortag. Der US-Dollar verlor im Vergleich zu allen wichtigen Währungen an Boden, während das britische Pfund einen Höchststand seit Oktober 2021 erreichte.
Auslöser für diese Entwicklungen scheint die eskalierende Unsicherheit in der US-amerikanischen Politik zu sein. Mitte Januar notierte der Euro noch unter 1,16 Dollar, aber der Grönland-Konflikt, angestoßen durch US-Präsident Donald Trump, setzte der US-Währung erheblichen Druck aus. Trumps Drohungen von Zöllen und militärischem Eingreifen, um die arktische Insel von Dänemark zu erwerben, führten zu merklichen Marktverwerfungen.
Devisenexpertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank warnt vor den Risiken der unvorhersehbaren US-Politik. Eine mögliche Bedrohung der Unabhängigkeit der Fed trage weiter zur Besorgnis des Marktes bei. Ein Verlust an Vertrauen könnte zu einer unkontrollierten Abwertung des Dollars führen, die selbst bei politischen Entspannungen nicht leicht zu korrigieren wäre. Obwohl Trump seine aggressive Rhetorik kürzlich etwas zurückgenommen hat, zeigt der Dollar bislang kaum Stabilität.
Zusätzlich belasteten schwache US-Konjunkturdaten den Dollar weiter. Das Verbrauchervertrauen, ermittelt vom Conference Board, fiel auf den niedrigsten Stand seit 2014, getrieben von inflationären Sorgen.
Die EZB veröffentlichte weitere Referenzkurse: Ein Euro wurde auf 0,86830 britische Pfund, 182,92 japanische Yen und 0,9197 Schweizer Franken festgelegt. Im Rohstoffsektor erlebte Gold einen Preisanstieg, wobei die Feinunze zuletzt 5.096 Dollar kostete, 87 Dollar mehr als am Vortag.

