Spannungen im Luftraum: BKA drängt auf bessere Datenlage bei Drohnenüberflügen

Der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch, hat aufgrund der zunehmenden Einflussnahme Russlands die Notwendigkeit für eine verbesserte Datenlage über Drohnenüberflüge betont. Deutschland, ein gewichtiger Unterstützer der Ukraine, werde verstärkt Ziel russischer Sabotage- und Spionageaktivitäten, warnte Münch gegenüber dem "Tagesspiegel". Es herrsche eine signifikante Zunahme der Verdachtsfälle in diesen Bereichen.
Insbesondere die steigende Anzahl von Verfahren mit Bezug zu russischen Akteuren beim Generalbundesanwalt sei alarmierend. Münch hob hervor, dass auch im Cyberbereich eine Intensivierung von Aktivitäten mit Verbindungen zum russischen Staat zu beobachten sei. Zudem spielten Desinformationskampagnen und Drohnenaktivitäten eine Rolle. Allerdings gäbe es bisher keine konkreten Beweise, dass der russische Staat systematisch Drohnen über Deutschland fliegen lässt.
Um die Situation besser zu verstehen und kontrollieren zu können, sei es notwendig, die Datenbasis zu Drohnenüberflügen deutlich zu verbessern. Obwohl dieses Jahr eine niedrige vierstellige Zahl an Sichtungen über kritischen Infrastrukturen erfasst wurde, beruhen die meisten dieser Sichtungen auf menschlicher Beobachtung und nicht auf Technologien. In den seltensten Fällen konnten dabei die Drohnenführer identifiziert werden.
Zur Verbesserung der Lage plant Münch, die Überwachungsmaßnahmen insbesondere an sensiblen Plätzen wie Flughäfen, militärischen Einrichtungen, großen Rüstungsfirmen und Energieversorgern auszuweiten. Die gesammelten Daten sollen im neu zu schaffenden Drohnenabwehrzentrum der Bundespolizei zentral zusammengeführt werden.

