Spannungen bei Koalitionsverhandlungen: SPD sieht finanzielle Kürzungen kritisch
SPD-Generalsekretär Matthias Miersch meldet sich während der aktuellen Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD mit warnenden Worten zu Wort. Eine pauschale Kürzungsstrategie in sämtlichen Ressorts, etwa im Bereich von zehn bis 15 Prozent, hält er für riskant und potenziell folgenreich.
Besonders die Bereiche Zoll und Steuerfahndung seien für eine effektive Staatsführung von Bedeutung, um die staatlichen Einnahmen zu sichern. Durch Steuerhinterziehung entgingen dem Staat jährlich Einnahmen in Milliardenhöhe, über die die Union jedoch nicht offen spreche.
Innerhalb der Verhandlungen sitzen CDU, CSU und SPD unter Führung einer 19-köpfigen Verhandlergruppe zusammen, die seit dem letzten Freitag tagt. Spannungen bestehen hauptsächlich im Bereich der Finanzpolitik, da Union und SPD hier noch weit auseinanderliegen.
Großer Unmut herrscht zudem über die öffentliche Verbreitung von Lobbyistenpapieren, die den Verhandlungsstart der Hauptgruppe erschweren. Die bisherigen Gespräche brachten schon einige Übereinkünfte, wie die Erweiterung der Mütterrente und die Erhöhung der Pendlerpauschale.
Dennoch betont Miersch, solange der Koalitionsvertrag nicht unterzeichnet ist, seien diese Punkte nicht endgültig festgelegt. Überdies stehe auch eine Überarbeitung des Bürgergeldsystems zur Diskussion.
Miersch warnt jedoch davor, die finanziellen Probleme des Haushalts durch Einschnitte im Bereich des Bürgergeldes beheben zu wollen, da verfassungsrechtliche Vorgaben den Spielraum in diesem Bereich begrenzen.

