Spanien behauptet sich: Streit um Verteidigungsausgaben flammt auf
Inmitten der hitzigen Diskussionen rund um die Verteidigungsausgaben zeigt sich Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez unbeeindruckt. Mit der festen Überzeugung, dass sein Land die NATO-Ziele auch ohne die ambitionierten fünf Prozent der Wirtschaftsleistung zu erreichen vermag, setzt er auf eine defensive Strategie. Spanien plant, 2021 rund 2,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für die Verteidigung einzusetzen, und Sánchez ist überzeugt, dass diese Mittel ausreichen, um die Anforderungen der NATO vollumfänglich zu erfüllen.
Die spanischen Militärstrategen haben ihn in dieser Hinsicht beruhigt: Selbst zwei Prozent des BIP würden genügen, um die verteidigungspolitischen Vorgaben des Bündnisses zu decken. Diese optimistische Einschätzung stieß jedoch bei einigen europäischen Partnern auf Skepsis. So äußerte Belgiens Regierungschef Bart De Wever Zweifel an der Machbarkeit dieses Plans. Sollte Spanien mit weniger Mitteln dasselbe Ziel erreichen, wäre Sánchez wahrlich ein „Genie“, bemerkte De Wever ironisch, während er in Den Haag sprach.
Turbulenzen brachte auch die Reaktion des US-Präsidenten Donald Trump, der sich kurz vor dem NATO-Gipfel mehrmals kritisch zu Spaniens Haltung äußerte. Den verteidigungspolitischen Kurs als „unfair“ gegenüber anderen Verbündeten bezeichnend, führte er eine Liste von Verteidigungsausgaben an, in der Spanien auf den hinteren Plätzen rangierte. Trotz dieser explosiven Ausgangslage und einiger mahnender Worte auf Truth Social, blieb der befürchtete diplomatische Eklat beim Gipfel aus. Sánchez vermied es, Trump die Möglichkeit eines direkten Schlagabtauschs zu bieten, wie spanischen Medien zu entnehmen war.

