SOZ-Gipfel in China: Zeichen der Zusammenarbeit in unsicheren Zeiten
Auf dem jüngsten Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) rief China zu Einigkeit angesichts globaler Herausforderungen auf. Staats- und Parteichef Xi Jinping betonte beim Galadinner in Tianjin, dass die Welt inmitten von Instabilität und Unsicherheit steht. Die SOZ, die führend von autoritären Regimen dominiert wird, trägt eine besondere Verantwortung für Frieden und Stabilität, so Xi vor Staats- und Regierungschefs wie Wladimir Putin.
Dieser Gipfel bot Putin, der im Westen aufgrund des Ukraine-Konflikts in der Kritik steht, eine Bühne zur Demonstration seiner Beziehungen nach Asien. Ähnlich wie bei einem früheren Treffen mit dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump wurde Putin mit diplomatischem Flair empfangen. Besonders hob er im Interview mit der chinesischen Agentur Xinhua hervor, dass es ihm bei seinem Besuch in China primär um die Förderung einer multipolaren Weltordnung gehe.
Putins Anwesenheit in China wird für mehrere Tage erwartet, darunter auch ein Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Peking. China bleibt ein zentraler Unterstützer Russlands im Ukraine-Konflikt und wurde von westlichen Ländern beschuldigt, Russland mit Dual-Use-Gütern zu versorgen. Dies fördert die militärischen Kapazitäten Moskaus und stärkt die bilateralen Beziehungen.
Besonderes Augenmerk lag auch auf dem Treffen zwischen Xi und dem indischen Premierminister Modi. Nach einer Phase diplomatischer Spannungen nähern sich die beiden bevölkerungsreichsten Nationen wieder an. Ein langjähriger Territorialstreit führte zu tiefen Verwerfungen im bilateralen Verhältnis, doch nun ist man sich einig, dass Frieden und Stabilität von entscheidender Bedeutung sind.
Modi lobte das Treffen mit Xi als erfolgreich und sieht in der künftigen Zusammenarbeit Chancen für Wachstum. Indien, das kürzlich in Japan Investitionsvereinbarungen unterzeichnete, reist mit gemischten Gefühlen nach China. Ein zunehmender Handelskonflikt mit den USA, verstärkt durch erhöhte Zölle, verleiht dem Besuch zusätzliche Brisanz. Dennoch wird eine Abkehr Indiens von Washington als unwahrscheinlich betrachtet.
Die SOZ, vor 24 Jahren zur Bekämpfung von Terrorismus und Förderung der wirtschaftlichen Kooperation gegründet, zählt mittlerweile zehn Mitgliedsstaaten und soll ein Gegengewicht zu westlichen Allianzen darstellen. Der Gipfel unterstreicht das Streben nach Geschlossenheit, insbesondere angesichts der Spannungen mit den USA.
Analytiker sehen in der Organisation jedoch ein fragiles Bündnis, geprägt durch unterschiedliche geopolitische Interessen. China demonstriert mit dem Gipfel seine Fähigkeit, selbst rivalisierende Nationen an einen Verhandlungstisch zu bringen.

