Solarausbau in der Krise: Neue Perspektiven für Förderstrategien gefragt
Der Ausbau von Solarenergie auf deutschen Dächern verlangsamt sich weiter, und die Hochrechnungen für 2025 zeigen einen noch drastischeren Rückgang. Dies offenbart eine aktuelle Analyse des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar). Laut den vorliegenden Daten werden nur noch rund 453.800 neue Dach-Solaranlagen im Heimsegment bis 30 Kilowatt Leistung installiert – das entspricht einem Rückgang von 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und beeindruckenden 43 Prozent weniger als 2023.
Dieser Abwärtstrend alarmiert nicht nur den BSW-Solar, sondern auch eine Allianz aus zwölf weiteren Verbänden, darunter der Verbraucherzentrale Bundesverband und der Bundesverband Mittelständische Wirtschaft. Sie warnen eindringlich vor drohenden Einschnitten in der Förderung, die ab 2026 zur Diskussion stehen. Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig mahnt: In einem ohnehin angeschlagenen Markt wären Kürzungen bei der Förderung verheerend.
Die installierte Leistung im Heimbereich reduziert sich ebenfalls signifikant. Für 2025 prognostiziert der BSW-Solar eine Maximalleistung von 5,15 Gigawatt (Gigawatt Peak), ein Rückgang von 25 Prozent im Vergleich zu 2024 und über 35 Prozent im Vergleich zu 2023. Dabei geht es nicht nur um Dachanlagen; auch wenn man Freiflächenanlagen einbezieht, bleibt das geschätzte Ausbauvolumen mit 17,5 Gigawatt unter den nötigen 20 Gigawatt, um die Ziele des EEG-Gesetzes zu erreichen.
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) plant, die staatliche Förderung für neue, kleinere Solaranlagen zu streichen, da diese auch ohne Unterstützung rentabel seien. Doch es gibt Widerspruch: Ein seit zwei Jahren sinkendes Interesse an Photovoltaikanlagen in deutschen Eigenheimsiedlungen spricht gegen eine "Überförderung". Die Verbände fordern stattdessen stabile Förderbedingungen und flexiblere Anpassungen anstelle von Pauschaleinschnitten.
Die Problematik betrifft auch die Balkonkraftwerke. Obwohl sie nicht von staatlicher Förderung abhängen, stagnierte auch ihr Zubau im Jahr 2025. Diese Systeme sind bei Verbrauchern beliebt, tragen aber nur marginal zur Energiewende bei.
Der Appell der Verbände ist klar: Um die Klimaziele nicht zu gefährden und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern nicht zu verlängern, muss die Politik den Solarenergiemarkt mit einem attraktiven Förderrahmen unterstützen.

