Smart Gyms auf dem Vormarsch: Der neue Fitness-Trend in Deutschland
Die Fitnesslandschaft in Deutschland sieht sich einem bemerkenswerten Wandel gegenüber: Immer mehr Fitnessstudios setzen auf das Konzept der sogenannten Smart Gyms, die ohne oder mit minimalem Personaleinsatz betrieben werden. Zu Beginn des Jahres waren bereits 398 solcher Einrichtungen in Betrieb, ein Anstieg um fast 100 Studios im Vergleich zum Vorjahr und etwa 200 mehr als noch im Jahr 2023, so Ralf Capelan, Vorstandsmitglied des Branchenverbandes DSSV. Bis Ende des Jahres erwartet man einen weiteren Anstieg auf 550 bis 600 dieser High-Tech-Studios.
Obwohl Smart Gyms derzeit nur 4,4 Prozent der insgesamt 9.127 Fitness- und Gesundheitsanlagen in Deutschland ausmachen, könnten sie in den nächsten Jahren bis zu zehn Prozent des Marktes einnehmen. Dieser Trend wird auf der Fitnessmesse Fibo in Köln, die in Kürze beginnt, eines der Hauptthemen sein. Smart Gyms zeichnen sich durch volle Digitalisierung und hohe Flexibilität aus.
Kunden können die Anlagen mithilfe von Smartphone-Apps oder speziellen Karten betreten, wobei der Zugang durch Kameras überwacht wird. Die Studios bieten weite Öffnungszeiten und häufig einen Zugang rund um die Uhr, wie es bei Ketten wie Get Fit und Fitomat der Fall ist. Mit einer Fläche von etwa 300 Quadratmetern liegen sie deutlich unter der Durchschnittsgröße traditioneller Fitnessstudios von etwa 1500 Quadratmetern und zielen hauptsächlich auf die Bewohner des umliegenden Stadtteils ab.
DSSV-Experte Capelan hebt hervor, dass Smart Gyms besonders für erfahrene Trainierende geeignet sind, während Anfänger ohne Anleitung schnell Fehler beim Training machen könnten. Er sieht in den kleinen Studios eine ideale Ergänzung zu den größeren, personalgeführten Anlagen, jedoch keinesfalls einen vollständigen Ersatz. Langfristig befürchtet er, dass das eingeschränkte Angebot der Smart Gyms für manche Nutzer weniger attraktiv sein könnte.

