SMA Solar: Umsatzprognosen und Kurskorrekturen treffen den SDax
SMA Solar, ein führender Hersteller von Wechselrichtern, musste seine Umsatzprognosen für das laufende Geschäftsjahr revidieren und das Unternehmen auf einen strikten Sparkurs einschwenken. Die schwächelnde Nachfrage nach Photovoltaik-Anlagen veranlasste Vorstandschef Jürgen Reinert, rote Zahlen für 2025 in Kauf zu nehmen, ausgelöst durch erwartete Sonderkosten und Abschreibungen. Diese Ankündigung, die am Montag nach Geschäftsschluss in Niestetal bei Kassel bekannt gegeben wurde, löste am Dienstagmorgen einen dramatischen Kursrutsch der Aktie aus.
Die Aktie von SMA Solar verzeichnete einen Verlust von rund 20 Prozent auf 18 Euro und avancierte damit zum schwächsten Wert im SDax. Trotz einer leichten Erholung in diesem Jahr hat das Papier im Vergleich zu vor drei Jahren immer noch etwa zwei Drittel seines Werts eingebüßt. Mitte 2023 erreichte der Kurs mit über 112 Euro seinen vorläufigen Höhepunkt, um anschließend stark abzusinken. Der Börsenwert des Unternehmens fiel drastisch von knapp vier Milliarden Euro im Sommer 2023 auf nunmehr rund 625 Millionen Euro.
Der Geschäftsverlauf des Unternehmens zeigt sich wider Erwarten schleppend. Insbesondere die Umsatzerwartungen in der Sparte Home & Business Solutions verschlechterten sich im dritten Quartal erheblich. Um diesen Trends entgegenzuwirken, hat das Management beschlossen, die Restrukturierung zu intensivieren. Dies soll durch Einsparungen und Anpassungen des Produktportfolios gelingen. Eine finanzielle Belastung von 170 bis 220 Millionen Euro wird im laufenden Jahr prognostiziert, wodurch sich das Unternehmen mit einem operativen Verlust von 30 bis 80 Millionen Euro konfrontiert sieht. Die Umsatzprognose wurde leicht auf 1,45 bis 1,5 Milliarden Euro gesenkt.
Die ambitionierten Umbaupläne umfassen neben Produktanpassungen eine verstärkte Nutzung internationaler Standorte. Damit sollen bis Ende 2027 jährlich mehr als 100 Millionen Euro eingespart werden. Diesen Herausforderungen steht aber auch eine verstärkte Konkurrenz aus Asien sowie eine volatile Zollpolitik der USA gegenüber. Analyst Constantin Hesse vom Analysehaus Jefferies äußerte sich zurückhaltend und sieht das Kursziel weiterhin auf einem abwärts gerichteten Niveau von 16 Euro.

