Silent Hill-Schöpfer Keiichi Toyama sucht Entwickler für ein neues Großprojekt bei Bokeh Game Studio
Keiichi Toyama hat Horror-Geschichte geschrieben – mit Silent Hill, Siren und zuletzt Slitterhead hat er Spiele erschaffen, die sich tief ins Gedächtnis ihrer Spieler eingebrannt haben. Nun richtet der Kopf hinter Bokeh Game Studio seinen Blick konsequent nach vorn und sucht aktiv nach Mitstreitern für sein nächstes Vorhaben. Was er dabei über seine kreative Philosophie und die Ambitionen des Studios verrät, klingt vielversprechend – und lässt die Fantasie auf Hochtouren laufen.
Ein Studio, das sich bewiesen hat – und jetzt loslegt
In einem offenen Anschreiben auf einer japanischen Recruiting-Plattform erklärt Toyama, dass Bokeh Game Studio nach dem Release von Slitterhead endlich das Gefühl hat, an der eigentlichen Startlinie angekommen zu sein. Das Erstlingswerk war für das Team eine Bewährungsprobe: Kann dieses Studio, mit dieser Mannschaft und diesem Ansatz, tatsächlich ein Spiel erschaffen? Die Antwort ist gegeben – und nun folgt der nächste Schritt. Toyama sucht weitere Entwickler für ein neues, groß angelegtes Projekt, das sich derzeit noch in einer frühen Entstehungsphase befindet. Viele Ideen werden entwickelt, viele wieder verworfen – ein Prozess, den Toyama nicht als Schwäche, sondern als Stärke seines kreativen Ansatzes betrachtet. Wer jetzt einsteigt, forme das Spiel von Grund auf mit.
Originalität als einzige Maxime
Was Bokeh Game Studio antreibt, lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Originalität. Toyama ist dabei unmissverständlich – es geht nicht darum, bewusst schräg oder provokant zu sein. Es geht darum, sich permanent zu hinterfragen, warum man ein bestimmtes Spiel macht und warum ausgerechnet dieses Team das tun sollte. Ausdrucksformen, die nur Bokeh Game Studio realisieren kann, sind das Ziel. Diese Haltung zieht sich durch die gesamte Studiogeschichte: Silent Hill war kein gewöhnlicher Survival-Horror, Siren zerbrach bewusst Konventionen, und auch Slitterhead verweigerte sich dem Mainstream – was ihm zwar keine breite Masse, aber eine eingeschworene Fangemeinde einbrachte. Toyama selbst zeigt sich rückblickend zufrieden mit dem Ergebnis, auch wenn der kommerzielle Durchbruch ausblieb.
Frühphase, offene Formen, maximale Beteiligung
Das neue Großprojekt steckt noch tief in der Konzeptionsphase, und genau das macht den Reiz für potenzielle Neuzugänge aus. Toyama beschreibt die aktuelle Entwicklungsphase als einen Prozess des Tastens und Ausprobierens, in dem noch keine endgültige Form feststeht. Wer jetzt Teil des Teams wird, arbeitet nicht an einem bereits definierten Produkt, sondern nimmt direkten Einfluss auf das, was das Spiel letztlich sein wird. Toyama hatte bereits Mitte 2025 bestätigt, an einem neuen Titel zu arbeiten, und betonte damals, dass das Studio offen für unterschiedlichste Ideen sei – auch für leichtere, zugänglichere Projekte als bisher. Ob das neue Großprojekt diese Richtung einschlägt oder sich wieder in dunklere Gefilde vorwagt, bleibt vorerst offen. Eines stellt Toyama jedoch klar: Er sieht es zunehmend als seine Aufgabe, auch den Staffelstab an die nächste Generation weiterzugeben – das Studio ist noch lange nicht am Ziel.


