Schwäche am deutschen Aktienmarkt: Zollschock und Übernahme-Frust belasten
Der deutsche Aktienmarkt erleidet weiterhin deutliche Verluste infolge der jüngsten Zollpolitik der USA. Am Freitag musste der DAX einen Rückgang von 2,3 Prozent auf 21.225 Punkte hinnehmen. Über die Hälfte seines beeindruckenden Anstiegs seit Dezember ist damit wieder verloren. Die Commerzbank warnt, dass die unerwartet aggressiven Zollmaßnahmen von Donald Trump die positiven Gewinnprognosen der DAX-Unternehmen erheblich gefährden könnten.
Auch der MDAX litt unter den Marktverwerfungen und fiel um 3 Prozent auf 26.075 Zähler. Parallel dazu verzeichnete der EuroStoxx 50, der jüdische Marktführer der Eurozone, ebenfalls einen Rückgang von 2,3 Prozent. Die jüngsten Ankündigungen ließen die Märkte ein Szenario eines erheblichen konjunkturellen Rückgangs spielen, das drohender wirkte als Inflationsängste, wie die Strategen von DWS anmerkten. Ein breit gefächerter Rückgang des Dollars unterstreicht die Bedenken, dass die USA in dieser Situation eher Teil des Problems als der Lösung sein könnten.
Im Laufe des Nachmittags werden aus den USA die Arbeitsmarktdaten für März erwartet. Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets betont, dass das Augenmerk der Anleger besonders darauf liegen wird, wie sich mögliche Arbeitsplatzverluste im öffentlichen Sektor auf die Arbeitslosenquote auswirken. Zukünftige Daten werden verstärkt auf Anzeichen einer drohenden Rezession hin untersucht.
Im deutschen Marktumfeld standen Bankentitel aufgrund fallender Marktzinsen und wachsender Konjunktursorgen unter Druck. Die Deutsche Bank verlor über 8 Prozent am Ende des DAX, während die Commerzbank mit einem Minus von 5 Prozent folgte. In diesem unsicheren Marktumfeld konnten defensive Werte hingegen zulegen: Beiersdorf verzeichnete ein Plus von 3 Prozent und Symrise stieg an die DAX-Spitze mit einem Zuwachs von 3,8 Prozent.
Im Übernahmekampf um den Verpackungshersteller Gerresheimer dünnt sich die Zahl der Interessenten aus. Kreisen zufolge hat KKR gemeinsam mit Warburg Pincus das Bieter-Konsortium verlassen, berichtete Bloomberg. Dementsprechend sank der Aktienkurs von Gerresheimer am MDAX-Ende um 15 Prozent. Unterdessen zeigte sich die Online-Apotheke Redcare mit einem moderaten Rückgang von 0,6 Prozent nach Veröffentlichung der vorläufigen Quartalszahlen. Das Unternehmen profitierte von einem starken Wachstum im Bereich elektronische Rezepte in Deutschland.

