Schwacher Auftritt europäischer Versicherer: Bewertungsanpassungen belasten Branche
Europäische Versicherer stehen momentan unter Druck, nachdem ihre Aktien am Donnerstag stärker nachgegeben haben als der breitere Markt. Der Stoxx Europe 600 Insurance Index setzte seinen Abwärtstrend fort, fiel unter die 50-Tage-Linie und markierte so das tiefste Niveau seit Ende April. Diese Entwicklung hat sich nach einer Einschätzung von Barclays-Expertin Claudia Gaspari ergeben, die die gesamte Versicherungsbranche von 'Positiv' auf 'Neutral' herabgestuft hat. Sie sieht die aktuelle Bewertung als ausgereizt an.
Besonders betroffen sind die Aktien der Allianz. Gaspari beurteilte diese nun mit 'Underweight', da das Kursziel von 325 Euro ein signifikantes Risiko birgt. Die Papiere fielen am Donnerstag auf 340 Euro zurück, was einem Stand entlang der 100-Tage-Linie entspricht. Noch vor einem Monat lagen die Kurse über 378 Euro, was einem Kursanstieg von fast 28 Prozent im Jahr 2025 entspricht – eine Outperformance um 5 Prozentpunkte gegenüber dem ohnehin starken Dax. Gasparis Projektionen für die Münchner liegen rund zwei Prozent unterhalb des Konsenses, was Fragen zur Nachhaltigkeit der jüngsten Kursgewinne aufwirft.
Auch Zurich Insurance Group und Swiss Re mussten Kursverluste hinnehmen, wobei Gaspari für Zurich von 'Equal Weight' und für Swiss Re von 'Underweight' spricht. Im Gegensatz dazu zeigten Munich Re und AXA relative Stärke und schnitten weniger schlecht ab als der Gesamtmarkt. Sie sind weiterhin die bevorzugten Empfehlungen Gasparis unter den großen europäischen Versicherern.

