Schott Pharma plant weitere Steigerungen im kommenden Geschäftsjahr
Der Pharmazulieferer Schott Pharma hat ehrgeizige Ziele für das neue Geschäftsjahr angekündigt. Das Unternehmen, das zur Mainzer Spezialglasherstellerfirma Schott gehört, strebt eine Umsatzsteigerung von rund zehn Prozent an, sowie einen ähnlichen Anstieg beim operativen Gewinn. Da Schott Pharma von dem Boom injizierbarer Medikamente und Impfstoffe profitieren möchte, sollen auch die Produktionskapazitäten für Spritzen und Ampullen ausgebaut werden.
Trotz dieser Pläne konnte das Unternehmen die Anleger an der Börse nicht überzeugen. Die Schott-Pharma-Aktie verzeichnete bis zur Mittagszeit einen Verlust von über einem Prozent und gehörte damit zu den schwächeren Titeln im Nebenwerte-Index SDax. Zwar übertrafen die Umsatzerwartungen des Managements die durchschnittlichen Analystenprognosen, jedoch hatten Experten bei der operativen Marge etwas mehr erwartet, so Analyst James Vane-Tempest vom Analysehaus Jefferies.
Für das neue Geschäftsjahr, das bis Ende September andauert, erwartet Schott-Pharma-Chef Andreas Reisse ein Umsatzwachstum von neun bis elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ziel ist es, einen ähnlich hohen Anteil des Umsatzes wie im Vorjahr als Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zu erzielen. Im letzten Geschäftsjahr steigerte das Unternehmen seinen Umsatz um neun Prozent auf 899 Millionen Euro und den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um das gleiche Maß auf 239 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 152 Millionen Euro, was einem Anstieg von 21 Prozent entspricht.
Die Anteilseigner können sich über eine Dividende von 15 Cent je Aktie freuen, was einem Anstieg von zwei Cent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Großteil der Dividende wird an den Mutterkonzern Schott ausgeschüttet, der noch 77 Prozent der Anteile besitzt. Das Unternehmen hatte seine Pharmasparte im September letzten Jahres an die Börse gebracht.
Um die zukünftige Nachfrage zu bewältigen, plant Schott Pharma den Ausbau seiner Produktionskapazitäten. So entstehen in Ungarn neue Kapazitäten für vorfüllbare Glasspritzen und auch die Standorte in der Schweiz und den USA werden erweitert, um Glasbehältnisse wie Karpulen und Fläschchen herzustellen. Laut Unternehmenschef Reisse wird das neue Werk für Glasspritzen in Ungarn die weltweite Kapazität nahezu verdoppeln. Die Produktion soll noch in diesem Jahr beginnen und im Sommer kommerziell auf den Markt gebracht werden.
Schott Pharma setzt neben Glasbehältnissen auch auf Polymerspritzen, die dann zum Einsatz kommen, wenn Glas bestimmte Anforderungen nicht erfüllen kann. Polymer hält selbst bei Temperaturen von minus 100 Grad stand und gewährleistet auch in solchen Bedingungen Sterilität. Selbst bei größeren Volumina, wie beispielsweise zehn Millilitern, wird Polymer verwendet.
Im Jahr 2023 hat Schott Pharma eigenen Angaben zufolge etwa 20 Prozent des Umsatzes investiert. Dieses Investitionsvolumen wird sich voraussichtlich auch im Jahr 2024 in ähnlicher Höhe bewegen. Der Fokus des Unternehmens liegt auf organischem Wachstum, während Akquisitionen derzeit weniger im Vordergrund stehen. (eulerpool-AFX)

