Schokolade zu günstigeren Preisen: Entspannung auf Kakaomärkten spürbar

Lang ersehnte Erleichterung für Naschkatzen: Die Schokoladenpreise in deutschen Supermärkten sinken leicht, dank einer erhöhten Kakaoernte und damit verbundenen günstigeren Einkaufspreisen. Wie Finn Ole Semrau vom Kiel Institut für Weltwirtschaft erklärt, tragen die verbesserten Ernten in der Elfenbeinküste und Ghana dazu bei, dass die Rohkakaopreise gefallen sind.
Die großen deutschen Lebensmitteleinzelhändler haben prompt reagiert und die Preise ihrer Eigenmarken erstmals seit Längerem reduziert. Beispielsweise kostet eine Tafel Vollmilchschokolade nun 89 Cent, während die Variante mit ganzen Haselnüssen 1,29 Euro kostet – jeweils 10 Cent weniger als zuvor. Auch weitere Produkte sind im Preis gesenkt worden.
Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt der Abstand zu früheren Kosten beträchtlich: Der von der internationalen Kakaoorganisation (ICCO) ermittelte Tagespreis lag kürzlich bei knapp 3.500 Euro pro Tonne. Einen Rückgang der Verbraucherpreise auf 2020er-Niveau erwartet Semrau jedoch nicht. Der Preisanstieg der letzten Jahre, ausgelöst durch höhere Rohstoffkosten infolge befürchteter Ernteausfälle in Westafrika, zeigt nachhaltige Wirkungen.
Im Gegensatz zu den Eigenmarken bleiben die Preise bei Markenprodukten wie Milka und Lindt unbeeinflusst. Der Verband des Deutschen Lebensmittelhandels nennt das weitergegebene Einsparungen durch verbesserte Einkaufskonditionen als Grund. Doch ob auch führende Markenhersteller ihre Preise anpassen, ist ungewiss. Lindt & Sprüngli hat angekündigt, derzeit keine Preissenkungen in Betracht zu ziehen, während Mondelez keine Stellungnahme abgegeben hat.
Die Preisbildung auf den Kakaomärkten bleibt komplex: In Westafrika bestimmen staatliche Organisationen die Abnahmepreise für Kakao, an denen sich auch die Termingeschäfte auf den Börsen orientieren. Die globalen Kakaopreise werden zum Teil an den Börsen ausgemacht, jedoch schlägt sich deren Veränderung nur verzögert in den Regalen nieder.

