Schnelles Ende: Xbox stellt Support für Forza Motorsport nach nur zwei Jahren ein
Der moderne Games-Markt ist gnadenlos. Selbst große Publisher müssen heute schneller als je zuvor entscheiden, welche Projekte weiter unterstützt werden und welche eben nicht. Ständige Updates, Live-Events und langfristige Roadmaps gelten inzwischen als Mindestanforderung, um Fans bei Laune zu halten. Umso härter trifft es Spielerinnen und Spieler, wenn genau diese Versprechen plötzlich fallen gelassen werden. Genau das passiert jetzt bei Forza Motorsport (2023), einem der traditionsreichsten Xbox-Franchises überhaupt.
Es hat keine zwei Jahre gedauert: Turn 10 Studios hat offiziell bestätigt, dass Forza Motorsport keine neuen Inhalte mehr erhalten wird. Es wird weder neue Autos noch neue Strecken geben, und auch größere Gameplay-Updates oder Bugfixes sind nicht mehr geplant. Die Server bleiben zwar online, und bestehende Events sowie bereits angekündigte Belohnungen werden weiterhin ausgespielt. Eine aktive Weiterentwicklung findet jedoch nicht mehr statt. Forza Motorsport wird also 2026 „sterben“. So bitter ist das.
Damit endet die ursprünglich geplante „mehrjährige Support-Strategie“ deutlich früher als erwartet. Gerade das war eines der zentralen Verkaufsargumente des Reboots: ein langfristig wachsender Racing-Simulator, der sich über Jahre weiterentwickeln sollte.
Viel Lob von Kritikern, aber gemischte Spielerreaktionen
Als Forza Motorsport 2023 erschien, war das Medienecho stark. Kritiker lobten Technik, Fahrphysik und Präsentation, das Spiel gewann sogar zwei Auszeichnungen bei den Game Awards (Innovation In Accessibility und Best Sports/Racing). Die Spielerbasis hingegen reagierte deutlich verhaltener. Kritikpunkte wie Progression, Content-Mangel und fehlende Abwechslung hielten sich hartnäckig. Genau jene Probleme, die eigentlich durch regelmäßige Updates gelöst werden sollten. Dass diese Updates nun ausbleiben, fühlt sich für viele Rennsport-Freunde wie ein vorzeitiges Aufgeben an.
Der Hauptgrund für das abrupte Ende liegt abseits der Rennstrecke. Turn 10 Studios war Teil der massiven Entlassungswelle bei Microsofts Gaming-Sparte. Berichten zufolge wurde das Studio im Sommer beinahe halbiert, rund 120 Mitarbeitende verloren ihren Job. Der verbliebene Teil des Teams arbeitet nun gemeinsam mit Playground Games an Forza Horizon 6, das aktuell für das erste Halbjahr 2026 erwartet wird.
Aus wirtschaftlicher Sicht mag der Schritt, den Support für Forza Motorsport einzustellen, nachvollziehbar sein. Für das Image von Xbox ein schwerer Schlag.

Alle Augen auf Forza Horizon 6? Forza Motorsport muss dafür „sterben“. Ein harter Schlag für die Rennspiel-Simulations-Community. – Bild: Playground Games
Was bedeutet das für die Zukunft von Forza Motorsport?
Forza Motorsport war über Jahre hinweg Microsofts direkte Antwort auf Gran Turismo. Dass ausgerechnet diese Serie nun auf Eis gelegt wird, wirft Fragen auf. Xbox-Gaming-Chef Phil Spencer erklärte dazu, man müsse sich manchmal auf Projekte konzentrieren, „die früher erscheinen“. Für viele Fans klingt das jedoch weniger nach Strategie als nach Schadensbegrenzung.
Besonders brisant: Diese Entscheidung reiht sich ein in eine Phase, in der Xbox ohnehin unter Druck steht. Exklusive Marken wie Halo oder Gears of War verlieren ihre Alleinstellung, während die Konkurrenz mit klareren Visionen auftritt. Wir sind schon sehr gespannt, was uns Xbox im Januar bei der Direct-Show auftischen wird. Immerhin war es bei den „The Game Awards 2025“ verdächtig still.
Der Wermutstropfen? Forza Motorsport bleibt spielbar. Es wird keinen neuen Content für 2026 mehr geben. Keine Evolution, kein Neustart, kein langfristiger Plan. Für ein Franchise mit dieser Historie ist das ernüchternd. Immerhin gibt es mit Forza Horizon 6 noch einen Hoffnungsträger am Horizont. Doch für Fans des klassischen, Simulations-lastigen Motorsport-Freunde fühlt sich dieses Support-Ende wie ein weiteres Zeichen an, dass selbst Xbox größere Marken nicht mehr unantastbar sind.


