Schnellere Raketenhilfe: Kiew drängt auf mehr Unterstützung aus Europa
Inmitten intensiver russischer Luftangriffe richtet der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eindringliche Appelle an die europäischen Partner zur zügigen Lieferung von Flugabwehrraketen. In einer Videobotschaft aus Kiew betonte er die Dringlichkeit, die aktuelle Herausforderung nicht nur als ein Problem der Ukraine, sondern ganz Europas zu begreifen. Er warnte eindringlich davor, dass russische Angriffe mit Raketen und Drohnen des Typs Shahed zu einer Normalität werden könnten.
Selenskyj wies darauf hin, dass die modernen Patriot-Systeme, welche im Januar nicht eingesetzt werden konnten, unter einem Munitionsmangel leiden. In diesem Kontext versprach der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius nach einem NATO-Treffen in Brüssel, die Lieferung von fünf weiteren PAC-3 Lenkflugkörpern, sofern andere Staaten den Umfang um 30 PAC-3 Raketen erhöhen. Er zeigte sich zuversichtlich, dass Europa diese Unterstützung zeitnah realisieren kann, um Leben zu retten – eine Mission, die in Tagen gemessen wird, nicht in Wochen oder Monaten.
Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow lobte diese Initiative und unterstrich die Bedeutung des sogenannten Purl-Projekts. Dieses sieht vor, dass europäische Unterstützer im Einklang mit Forderungen des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump Waffen in den USA erwerben, da die USA in der Vergangenheit eine überproportionale Last bei der Unterstützung der Ukraine getragen haben.
Der jüngste russische Schlag richtete mit 25 Raketen und über 200 Drohnen erhebliche Zerstörungen in der Energieinfrastruktur in Kiew, Odessa und Dnipro an.
Präsident Selenskyj äußerte sich zudem skeptisch zu den anstehenden Verhandlungen in den USA, die auf ein Ende des fast vier Jahre andauernden Konflikts abzielen. Die mangelnde Klarheit in den Reaktionen aus Russland auf die vorgeschlagenen Themen dämpft seine Erwartungen an die Gespräche, die zuletzt in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfanden, in denen neben der Ukraine und Russland auch die USA als Vermittler auftraten.

