Schleicheinsatz mit angezogener Handbremse! PC-Version von Metal Gear Solid Delta: Snake Eater – enttäuscht Technik-Enthusiasten
Die Spannung knistert förmlich in der Luft, denn in der kommenden Woche feiert Konamis mit Hochspannung erwartetes Remake, Metal Gear Solid Delta: Snake Eater, endlich seine Veröffentlichung. Erste Kritiken zeichnen das Bild einer spielerisch hervorragenden Neuauflage, die dem legendären Original alle Ehre macht. Doch während Konsolenspieler dem Release freudig entgegenfiebern, trüben nun erste technische Analysen die Stimmung in der PC-Community. Wie sich herausstellt, ist die Version für den Rechenknecht nicht der erhoffte ultimative Port, sondern kommt mit einigen überraschenden und für das Jahr 2025 schwer nachvollziehbaren Einschränkungen daher.
Ein starres Korsett für moderne Hardware
Der wohl größte Dämpfer für viele PC-Spieler dürfte die Bildwiederholrate sein. Wie Berichte von PCGamesN bestätigen, ist die Framerate auf starre 60 Bilder pro Sekunde begrenzt. In einer Ära, in der High-Refresh-Rate-Monitore mit 120 Hz und mehr zum Standard für ambitionierte Spieler gehören, wirkt ein solches Cap wie ein Relikt aus einer vergangenen Zeit. Die Möglichkeit, die eigene leistungsstarke Hardware für ein ultraflüssiges Spielerlebnis auszureizen, wird damit im Keim erstickt. Damit nicht genug, müssen auch Liebhaber breiterer Bildformate eine bittere Pille schlucken: Das Spiel bietet keinerlei Unterstützung für Ultrawide-Monitore. Wer also gehofft hatte, den Dschungel von Tselinoyarsk in einem immersiven 21:9- oder 32:9-Format zu erleben, schaut vorerst in die Röhre.
HDR-Dilemma und ein kleiner Lichtblick
Auch bei der Implementierung von High-Dynamic Range (HDR) zeigt sich ein zwiespältiges Bild. Zwar wird der erweiterte Farbraum prinzipiell unterstützt, doch die Einstellungsmöglichkeiten sind äußerst rudimentär. Anstelle detaillierter Kalibrierungsoptionen gibt es lediglich einen einzigen Helligkeitsregler, ohne die Möglichkeit zur Feinjustierung der maximalen Leuchtdichte. Dies beraubt HDR eines Großteils seines Potenzials. Besonders kurios wird es bei den Anzeigemodi: Um HDR zu nutzen, muss das Spiel zwingend im Vollbildmodus laufen. Wer jedoch die höchstmögliche Auflösung seines Systems verwenden möchte, wird in den randlosen Fenstermodus gezwungen – ein technischer Widerspruch, der für Kopfschütteln sorgt. Einen kleinen, aber feinen Lichtblick gibt es immerhin: Die Steuerung mit Maus und Tastatur wird als „fantastisch“ beschrieben und lässt sich zudem vollständig frei belegen. Ein kleiner Trost für all jene, die über die technischen Mängel hinwegsehen können.
Ein Schweigen und die Hoffnung auf Besserung
Von offizieller Seite hüllte sich Konami im Vorfeld des Launches in Schweigen bezüglich der spezifischen Features der PC-Fassung. Es bleibt daher unklar, ob und wann diese Mängel per Patch behoben werden. Ein Fünkchen Hoffnung keimt jedoch beim Blick in die jüngere Vergangenheit: Auch die Metal Gear Solid: Master Collection Vol. 1 wurde nach ihrer Veröffentlichung mit signifikantem Aufwand und zahlreichen Updates auf allen Plattformen verbessert. Man kann also nur abwarten und hoffen, dass auch Snake Eater eine ähnliche Nachbehandlung erfährt. Bis dahin startet die digitale Deluxe Edition am 26. August, während alle anderen ab dem 28. August für Xbox Series X/S, PS5 und eben den PC in den virtuellen Dschungel ziehen dürfen.

