Schicksalsjahr für Bitcoin - Jetzt oder nie

02. Juli 2020, 09:35 Uhr · Quelle: klamm.de
Schicksalsjahr für Bitcoin - Jetzt oder nie
Foto: pixabay / CC0 Creative Commons

Hand aufs Herz: Haben Sie damals in Apple Aktien investiert? Oder Anteile an Amazon gekauft? Hätten Sie damals den Mut gehabt, denn am nötigen Kleingeld wäre es bei den damaligen Preisen nicht gescheitert, wären Sie heute um einiges wohlhabender. Jetzt könnte eine neue Chance warten. Wie die Jahre 1999 für Amazon und 2000 für Apple ist 2020 ein Schicksalsjahr für Bitcoin: Die Weichen für die Zukunft der Digitalwährung werden durch ein sogenanntes Halving neu justiert.

Was bedeutet Halving?

Mit 50 Bitcoin fing alles an, jetzt sind bereits etwa 18,3 Millionen Bitcoin geschürft worden. Als die Bitcoin-Erfinder 2009 die Digitalwährung starteten, haben sie gleich einen zweifachen Inflationsschutz vorgesehen. Zum einen ist die Bitcoin-Anzahl, die geschürft werden kann, auf 21 Millionen Stück begrenzt. Zum anderen wird mittels Halving das Entgelt für die Schürfer (Miner) kontinuierlich reduziert. Durch das Halving sinkt der finanzielle Anreiz, neue Bitcoin zu schürfen. Es werden also immer weniger neue Bitcoin erschaffen. Und der Wert der bestehenden Bitcoin kann steigen.

Wie wirkt sich das auf den Wert aus?

2020 wird das Angebot an Bitcoin zum dritten Mal mittels Halving verknappt. Das erste Halving fand 2012, ein Weiteres im Jahr 2016 statt. Viele Beobachter erwarten einen anschließenden Kursanstieg, denn im Anschluss an die ersten zwei Halving-Events ging es mit dem Kurs steil nach oben. Ein Bitcoin kostete im Oktober 2019 noch rund 8000 US-Dollar. Inzwischen liegt der Kurs bei knapp 9200 US-Dollar. Experten nehmen an, dass der Bitcoin-Wert im Jahr 2020 unter Schwankungen weiter steigen wird. Perspektivisch betrachtet, sind zukünftig auch 100.000 US-Dollar oder gar eine Million US-Dollar pro Bitcoin drin.

Diese Prognosen stützen sich auf die sogenannte Stock-to-Flow-Ratio. Auch die Bayerische Landesbank (BayernLB) akzeptiert die Digitalwährung als Asset und erwartet in einer Studie aus dem September 2019 einen Kursanstieg mit einem Kursziel von 90.000 Euro (entspricht in etwa 100.000 US-Dollar) pro Bitcoin. Zudem hat sich der chinesische Präsident Xi Jinping kürzlich positiv über die Bedeutung der Blockchain-Technologie (Technik, die dem Bitcoin zugrunde liegt) geäußert. Weltweit steigt somit die Akzeptanz von Digitalwährungen, was den Kurs zusätzlich beflügeln könnte.

In Bitcoin investieren: jetzt oder nie

Rund 18 Millionen Bitcoin existieren bereits. Das sind 85 Prozent aller Bitcoin, die es je geben wird. Sie erinnern sich? Bei 21 Millionen ist Schluss. Wer also noch Bitcoin kaufen will, wird keinen bessern Zeitpunkt abpassen können als 2020. Investoren sollten sich das Risiko aber bewusst machen und die Summe entsprechend ihrer Risikobereitschaft anpassen. Die Digitalwährung ist volatil, der Kurs ist großen Schwankungen unterworfen. Es gilt dann zuzuschlagen, wenn der Kurs gerade niedrig ist. Ein hilfreicher Indikator ist das Mayer-Multiple. Beim Mayer-Multiple wird der tagesaktuelle Bitcoin-Kurs durch den Durchschnitt des Kurses der letzten 200 Tage geteilt. Werte unter 2,4 deuten auf ein Kurstief hin, bei Werten über 2,4 ist der Bitcoin an dem Tag vergleichsweise teuer.

Bitcoin kaufen: Diese Möglichkeiten gibt es

Kryptobörse: Der klassische Kauf von Digitalwährungen findet über Kryptobörsen statt. Bekannte Beispiele heißen etwa Kraken oder Coinbase. Als Anleger eröffnen Sie bei der Kryptobörse Ihrer Wahl ein Konto und zahlen Geld ein. Anschließend können Sie wie an einer normalen Börse Kryptowährungen kaufen. Wichtig: Nach jedem Kauf empfiehlt sich der Transfer der Coins auf eine sichere Wallet. Denn Kryptobörsen sind ein beliebtes Angriffsziel von Hackern.

Tradingseite: Kryptobörsen können kompliziert sein. Simpler sind die Abläufe auf Tradingseiten (zum Beispiel etoro oder Plus500). Dafür sind die Gebühren höher als bei Börsen. Achten Sie darauf, wirklich Coins und nicht CFD Papiere zu kaufen und transferieren die gekauften Coins auf eine sichere Wallet.

Trading Robot: Bei Kryptobörsen und auf Tradingseiten leisten Sie die Arbeit: analysieren, vergleichen, zuschlagen. Wem das zu zeitintensiv ist, kann auf eine vollautomatische Handelssoftware, einen sogenannten Trading Robot, setzen. Die Bitcoin Era App verspricht solch ein vollautomatisches Handeln. Anleger eröffnen ein Konto, zahlen Geld ein und der Robot übernimmt den Rest. Es ist davon auszugehen, dass Bitcoin Era nicht nur Coins sondern auch CFD Papiere tradet. Das bietet die Chance für hohe Gewinne, birgt aber auch ein höheres Risiko. Eine Gewinngarantie gibt es bei Bitcoin Era nicht, auch eine Lizenz liegt nicht vor. Deshalb ist es empfehlenswert, sich dem vollautomatischen Handel behutsam zu nähren: Verzichten Sie auf hohe Investitionen und lassen sich die ersten Gewinne erst auszahlen, ehe Sie weiter via Robot investieren.

Zertifikat über die Bank: Für Bitcoin gibt es ein offizielles Open-End-Zertifikat (ISIN: DE000VL3TBC7), welches Ihre Bank für Sie kaufen und verwahren kann. Als Anleger sind Sie über das Zertifikat an der Wertentwicklung der Digitalwährung beteiligt. Diese Option ist in der Regel teurer als Kryptobörsen, Tradingseiten und Co.

Fazit

2020 wird die Ausschüttung von Bitcoin nochmal halbiert. Erfahrungsgemäß führt die Verknappung zu einem Kursanstieg. Wer in Bitcoin investieren will, sollte zügig in den Handel einsteigen. Ansonsten könnte Bitcoin wie Apple und Amazon zur verpassten Chance werden.

Finanzen / Bitcoin
02.07.2020 · 09:35 Uhr
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