Saxo Banks kühne Vision für 2026: SpaceX als Zündfunke einer neuen Weltraumökonomie
Nach Ansicht der Saxo Bank könnte ein IPO nach erfolgreichen Tests des Starship-Systems die Finanzmärkte elektrisieren. SpaceX würde seine Startkapazitäten massiv ausweiten und Nutzlasten in bislang ungekanntem Umfang in den Erdorbit sowie Richtung Mond und Mars transportieren. Daraus könnten neue Geschäftsmodelle entstehen, von orbitaler Fertigung bis zu großangelegten Mondprojekten. Saxo spricht in diesem Zusammenhang von der Geburt einer „extraterrestrischen Ökonomie“. Zugleich betont das Institut, dass es sich um ein Szenario mit geringer Eintrittswahrscheinlichkeit handelt, das vor allem die möglichen Folgen eines technologischen Sprungs illustrieren soll.
IPO-Fantasie mit Substanz: Was über SpaceX 2026 bekannt ist
So zugespitzt die Vision wirkt, sie ist nicht völlig aus der Luft gegriffen. Berichten zufolge führt SpaceX bereits Gespräche mit Banken über einen möglichen Börsengang im Jahr 2026. Im Raum stehen Bewertungen von deutlich über einer Billion US-Dollar sowie eine Kapitalaufnahme von mehr als 25 Milliarden US-Dollar. Als zentraler Wachstumstreiber gilt dabei vor allem Starlink, das Satelliteninternet-Geschäft des Konzerns.
Auch andere Marktbeobachter berichten von fortgeschrittenen IPO-Überlegungen. Demnach könnte SpaceX rund 30 Milliarden US-Dollar einsammeln, bei einer Bewertung von bis zu 1,5 Billionen US-Dollar. Damit würde der Börsengang die bisherigen Rekorde deutlich übertreffen. Jüngste Sekundärverkäufe von Mitarbeiteranteilen deuten zudem darauf hin, dass Investoren dem Unternehmen bereits heute Bewertungen von mehreren Hundert Milliarden US-Dollar zutrauen.
Die Raumfahrtwirtschaft wächst bereits rasant
Das Marktumfeld liefert zumindest eine Grundlage für diese Erwartungen. Nach Einschätzung von PwC erreichte die globale Raumfahrtwirtschaft 2023 einen Umsatz von rund 570 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und nahezu einer Verdopplung innerhalb eines Jahrzehnts. Auffällig ist, dass inzwischen rund 80 Prozent der Umsätze aus kommerziellen Aktivitäten stammen.
PwC rechnet damit, dass die sogenannte Space Economy bis 2040 auf bis zu zwei Billionen US-Dollar anwachsen könnte. Treiber sind sinkende Startkosten, Fortschritte bei wiederverwendbaren Raketen sowie eine steigende Nachfrage nach Satelliten-, Daten- und Kommunikationsdiensten. Auch neue Felder wie In-Orbit-Fertigung oder cislunare Infrastruktur gewinnen an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund erscheint Saxo Banks Vision einer deutlich erweiterten Weltraumwirtschaft zumindest anschlussfähig an reale Trends.
Große Chancen, aber auch erhebliche Risiken
So groß die Fantasie ist, so klar benennen Marktbeobachter auch die Risiken. Regulatorische Unsicherheiten spielen eine zentrale Rolle, etwa bei Eigentumsrechten im All, Sicherheitsfragen oder der internationalen Koordination. Zudem bleibt offen, wie schnell die notwendige Infrastruktur tatsächlich aufgebaut werden kann und ob sich die hohen Investitionen kurzfristig rechnen.
Hinzu kommt die starke Personalisierung des Unternehmens. Ein börsennotiertes SpaceX würde den Fokus der Investoren noch stärker auf Elon Musk lenken und die Abhängigkeit von seiner strategischen Führung erhöhen. Unterm Strich bleibt die Prognose der Saxo Bank ein extremes Szenario. Doch reale IPO-Pläne und das dynamische Wachstum der Branche zeigen: Die Raumfahrt ist längst mehr als Science-Fiction und könnte sich für Anleger zu einem ernstzunehmenden Zukunftsmarkt entwickeln.


