Sartorius: Kursschwankungen trotz optimistischer Analystenkonferenz

Die Aktien von Sartorius und deren Tochterunternehmen Sartorius Stedim Biotech erlebten am Dienstag ereignisreiche Stunden an den Märkten. Die erste Handelssitzung des Tages startete mit einem kräftigen Plus, doch folgten rasch Kursverluste. Am Nachmittag setzte sich schließlich ein Aufwärtstrend durch, der von einer positiven Analystenkonferenz gestützt wurde. Das Management von Sartorius zeigte sich gut vorbereitet und konnte mit seiner Argumentation punkten. Händler merkten an, dass der Ausblick nun nicht mehr als zu aggressiv oder zu konservativ wahrgenommen werde, was zu einer Entspannung führte. Besonders hervor stach die optimistische Einschätzung der Chancen in China, einem für das Unternehmen strategisch wichtigen Markt.
Die Vorzugsaktien von Sartorius stiegen zuletzt um bemerkenswerte 8 Prozent auf 253,30 Euro an. Dabei galt es zuvor noch, ein tiefes Niveau der letzten Monate zu überwinden. Der Kursrückgang um die Mittagszeit führte die Aktie auf den tiefsten Stand seit Ende November, doch nun trennen sie weniger als 6 Prozent vom 13-Monatshoch, das im Januar erreicht wurde. Um den kurzfristigen Trend zu bestätigen, wäre ein Überschreiten der 21-Tage-Linie bei etwa 255 Euro wünschenswert. Sartorius Stedim Biotech zeigte an der Euronext in Paris ebenfalls ein ähnliches Kursszenario.
Der Aktienkurs stieg zuletzt um 5,5 Prozent und schloss bei 197,50 Euro. Auch hier fehlen nun noch 13 Prozent zum im Januar erreichten Zwölfmonatshoch. Analysten bezeichneten die vorgelegten Geschäftszahlen als solide, jedoch löste der Ausblick gemischte Reaktionen aus. Insbesondere die Ziele für 2026 enttäuschten, da sie leicht unter den Markterwartungen lagen. Dies dürfte zu Anpassungen der Analystenschätzungen um 4 bis 5 Prozent führen, so die Einschätzung von Richard Vosser von JPMorgan. Die vorsichtige Haltung des Sartorius-Managements wurde von UBS-Analyst Matthew Weston nicht als Überraschung betrachtet, angesichts der Unsicherheiten rund um die Auftragslage für Bioprozessanlagen. Trotz der Durststrecke nach der starken Nachfragephase infolge der Corona-Pandemie befindet sich die Branche auf einem Erholungskurs, erreicht aber noch nicht die früheren Wachstumsraten. Trotz weiterhin spürbarem Gegenwind für die Laborsparte bleibt Analyst James Vane-Tempest von Jefferies optimistisch für die zukünftige Entwicklung. Das derzeitige Marktumfeld stellt weiterhin Herausforderungen dar, insbesondere durch Wechselkurs-, Zoll- und Produktemixeffekte. Doch lassen die vorsichtig gewählten Prognoseziele Raum für positive Überraschungen im Verlauf des Jahres, so der Jefferies-Experte abschließend.

