Salzgitter zieht sich bei Jahresprognose zurück – Hoffnung auf Erholung 2026
Der deutsche Stahlriese Salzgitter hat angesichts der anhaltend schwachen Nachfrage im Stahlschwergewicht durch die Konjunkturflaute seine Prognosen für das laufende Jahr widerwillig nach unten korrigiert. Wie das Unternehmen mitteilte, bleiben die Margen aufgrund der ökonomischen Rückschläge im Jahr 2025 unter Druck. Die ehemals gesetzten Ziele mussten daher in die untere Hälfte der prognostizierten Spanne korrigiert werden. Analysten hatten diese Entwicklung bereits vorhergesehen. Dennoch sorgt der Blick auf das Jahr 2026 für Optimismus, da steigende Verkaufspreise voraussichtlich positive Auswirkungen auf den Umsatz und das Ergebnis haben könnten. Die Börse dankte es mit einem Zwischenhoch von 6,6 Prozent bei der Aktie am Vormittag.
Im Rahmen der jüngsten Bestrebungen, die Wettbewerbsposition der EU-Stahlindustrie zu stärken, stellt die EU-Kommission handelspolitische Maßnahmen vor, von denen Salzgitter profitieren könnte, so Finanzvorständin Birgit Potrafki. Vor allem die Erhöhung der Zölle für Billigimporte aus Ländern wie China und die signifikante Reduzierung der zollfreien Importkontingente versprechen Linderung. Sollten sich die wirtschaftlichen Bedingungen verbessern, könnte sich dies in einer besseren Ertragssituation niederschlagen.
Unter dem Strich plant Salzgitter für 2023 einen Umsatz leicht über 9,0 Milliarden Euro, verglichen mit dem ursprünglich anvisierten Spektrum von 9,0 bis 9,5 Milliarden Euro. Die Erwartungen für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wurden ebenfalls gesenkt, und zwar auf 300 bis 350 Millionen Euro, nach der früheren Obergrenze von 400 Millionen Euro.
Die herausfordernden wirtschaftlichen Bedingungen führten im dritten Quartal zu einem Umsatzrückgang um über elf Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Trotz des immensen Wettbewerbsdrucks durch globale Billigimporte verzeichnete das Unternehmen dank strikter Kosteneinsparungen einen Ebitda-Anstieg von mehr als 20 Prozent auf 107,2 Millionen Euro. Hierzu trugen auch der Kupferproduzent Aurubis und die Tochtergesellschaft KHS aus dem Anlagenbau bei. Das Vorsteuerergebnis erreichte 11,1 Millionen Euro, nachdem im vergangenen Jahr ein Verlust von nahezu 153 Millionen Euro verzeichnet wurde. Die erste Jahreshälfte war noch von einer schwachen Wirtschaftslage und sinkender Stahlnachfrage geprägt.

