Russlands Fortschritte im Ukraine-Konflikt: Ein Trugerfolg?
Russlands Verteidigungsminister Andrej Beloussow hat die jüngsten militärischen Fortschritte seines Landes im Ukraine-Konflikt positiv bewertet. Nach seinen Aussagen hat sich die Eroberung im Vergleich zu Jahresbeginn verdoppelt. Damals waren es 300 bis 400, jetzt 600 bis 700 Quadratkilometer pro Monat. Zum Vergleich: Hamburg erstreckt sich über 755 Quadratkilometer.
Beloussow lobte ferner die Wirksamkeit der russischen Luftangriffe, die in diesem Jahr 35 massive Schläge auf 146 strategische Ziele der Ukraine beinhalteten. Diese Angriffe haben laut ihm die militärische Infrastruktur der Ukraine geschwächt. Die jüngsten Bombardements trafen Kiew besonders schwer und forderten über 20 zivile Opfer.
Bezüglich der Verluste behauptet der Minister, dass die Ukraine in diesem Jahr 340.000 Soldaten verloren habe, wobei keine Zahlen zu russischen Verlusten genannt wurden. Es ist jedoch bekannt, dass beide Seiten die eigenen Verluste oft herunterspielen und die der Gegner übertreiben.
Im vierten Jahr der russischen Offensive kontrolliert Moskau etwa 20 Prozent der Ukraine, einschließlich der Krim. Trotz erster direkter Verhandlungen seit Mai herrscht Stillstand. Kiew beschuldigt Moskau, die Verzögerungen zur Durchsetzung einer militärischen Lösung zu nutzen. Unter dem aktuellen Eroberungstempo bräuchte Russland jedoch noch etwa 60 Jahre, um die Ukraine vollständig zu besetzen.

