Russland intensiviert Druck auf ukrainische Truppen und entzieht Journalisten Staatsbürgerschaft
Der militärische Druck der russischen Streitkräfte auf das ukrainische Militär nimmt weiter zu. Die ukrainischen Truppen zogen sich aus der strategisch bedeutsamen Stadt Siwersk im Norden der Region Donezk zurück, wie der ukrainische Generalstab bekanntgab. Siwersk, mit einer früheren Bevölkerung von über 10.000 Einwohnern, hatte lange als stabiler Frontabschnitt gegolten. Die Stadt spielt eine zentrale Rolle im Schutz der letzten von der Ukraine kontrollierten Ballungszentren im Donbass. Nach der Einnahme können die russischen Truppen nun in Richtung Slowjansk und Kramatorsk vorstoßen, was zusätzliche Herausforderungen für Kiew bedeutet.
Präsident Wolodymyr Selenskyj klagte angesichts der schweren Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine über den "Zynismus" Russlands, insbesondere kurz vor Weihnachten. Trotz unterschiedlicher Traditionen des Weihnachtsfeierns zwischen westlichen und orthodoxen Daten vereint beide die Feiertagsbedrohung Russlands. Inmitten dieser Spannungen drängt Bundeskanzler Friedrich Merz weiterhin auf eine Waffenruhe.
Gleichzeitig streben Kiew und Moskau indirekte Verhandlungen über eine Friedenslösung an, vermittelt durch amerikanische Diplomaten. Selenskyj versicherte, dass die Ukraine niemals ein Hindernis für Frieden sein werde, warnte jedoch vor möglichen Störungen durch Russland.
Inmitten dieser angespannten Lage entzog Russland dem regierungskritischen Journalisten Roman Anin die Staatsbürgerschaft. Anin, bekannt für seine Recherchen zu heiklen Themen wie die "Pandora Papers" und mutmaßlichen Verbindungen von Kremlchef Wladimir Putin, sieht sich schweren rechtlichen Vorwürfen ausgesetzt.

